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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1898-01-01 · 1898 · page 44

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1898
Date
1898-01-01
Page
– (sequence 44)
Language
German
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IRI
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38 4. Kapitel. Verhältniss der Seele zum Körper und Zweck ihrer Vereinigung. Auch in Bezug auf die Lehre vom Verhältniss der Seele zum Körper sind wir darauf angewiesen, verschiedene Aeusserungen Saadias mit einander zu vergleichen, wenn wir einen tieferen Einblick in seine Auffassung über diesen früher bereits gelegentlich berührten Punkt gewinnen wollen. Ausführlich und bestimmt spricht sich Saadia hierüber nur in seinem Commentar zum Jezirah-Buche aus. Wir halten es jedoch für angezeigt, seine Bemerkungen im Kitab al־Amanat zum Ausgangspunkte zu nehmen, um hieran die Ausführungen im genannten Commentar anzuschliessen. Wie sehr auch Saadia eine Annäherung an den Aristotelischen Standpunkt zu gewinnen versucht, und dementsprechend die Seele gleich bei ihrem Entstehen in die engste Verbindung mit dem Körper zu setzen bemüht ist, so wenig können doch beide Theile, vermöge der Grundauffassung unseres Philosophen vom Wesen der Seele, zu einer organischen Einheit verschmelzen. Das Verhältniss zwischen beiden bleibt vielmehr ein rein äusserliches. Dieser Charakter ihrer Beziehungen spricht sich auch aus in den Worten Saadias: ״Gott setzt die Zeit fest, während welcher Seele und Körper mit einander verbunden bleiben sollen, und trennt sie von einander, wenn die Zeit vorüber ist, bis die Zahl der Seelen voll ist, die Gottes Weisheit ins irdische Dasein zu rufen beschlossen hat67)/‘ Dem Körper gegenüber erscheint die Seele als das Edlere und Bessere, und ihr verdankt der Mensch seine bevorzugte Stellung in der Schöpfung, im Weltganzen68). Obgleich die Seele aus feinerem und subtilerem Stoffe ist als der Körper, ist sie doch der mächtigere und ^stärkere Theil, wie wir ein gleiches Verhältniss unter den Elementen wahrnehmen, von denen die feineren und subtileren stärker ן sind als die gröberen69). Daher ist der Körper der Leitung 67) Em. s. 95 ist anstatt: ושהוא שם חלקים לעמידתה מקובצים nach dem Original xil_,) ושהוא שם למן לעמידתם מקובצים zu lesen. 68) Seine anthropocentrische Anschauung begründet Saadia im vierten Abschnitt. Auf die Frage, wie es denkbar sei, dass der Mensch mit dem gebrechliehen, hinfälligen Körper der Endzweck der Schöpfung sein könnte, erwidert er, es sei die Seele, die mit ihrem Blick Himmel und Erde umfasst, die ihn zum Mittelpunkt des Universums macht, vergl. das. S. 76: "]'ואומר שהשבת* ואמרת* א תהיה הבונה מבל אשר בעולם על האדם והנה אנחנו רואים גיפו קט; ונבזה והידשבתי בור, ומצאתי שאף על פי שגופו קטן נפשו רחבה מהשמים והארץ. 69) Das. s. 48: אומר בי החבם שם לשער הזה ם־מנים בנמצא והוא שהנפש יותר דקה מן הנוף והיא חזקה ממנו ובה תתנהג . ... וכן החכמה יותר דקה מן הנפש והיא חזקה

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