Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1898
- Date
- 1898-01-01
- Page
- – (sequence 41)
- Language
- German
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35 ist. Wir erfahren daselbst, dass der Sitz der höheren Erkenntnissfunktionen im Gehirn zu suchen sei, und zwar seien es die abstossende Kraft in jedem Organe, die Kraft der Zeugung, des Wachsthums und der Ernährung im Innern des Körpers und das Vermögen der Bewegung und der Wahrnehmung, welche im Herzen entspringen. — פי קדה אלפבר ואלדבר ואלתפייז אללאתי פי אלדמאג ופי אלרוח אלבאצר ואלמאמע ואלדאיק ואלמסתנשק אלתי פי אלארבעה אלאטצא וכדלך פי אלקוה אלגאדבה ואלמאסבה ואלהאצמה ואלדאפעה פ• בל עצי וכדלך אלמולדה ואלמרביה ואלגאדיה פי עמק אלגסד וכדלך פי (אלרוח [Derenb.: אלבאצר אלמתחרך אלחסאם) •נאלקוה אלמתחרבה ואלקוה אלחסאפה אלנאשיתין מן אלקלב Mit Unrecht fügt Derenbourg in seiner Uebersetzung nach ובח המישך והמחזיק והמטבל והדוחה שהם בבל אבר in Klammern!מז הבט hinzu, Saadia meint in der That בבל אבר, weil jedes Organ zu seiner Ernährung und zu seinem Wachsthum sich von der Nahrung das ihm Entsprechende aneignet und assimilirt. Woher Saadia diese Eintheilung der Seelenkräfte entlehnt hat, lässt sich nicht mit Sicherheit angeben. Es wäre möglich, dass sie von ihm selber herrühre, und dagegen würde auch der Umstand nicht sprechen, dass er auch Emunot S. 111 von sechszehn Seelenkräften redet, ohne sie näher zu bestimmen, denn auch dort ist man nicht zu der Annahme gezwungen, dass er dieselben als bekannt voraussetzt, da er auf seinen Commentar zur Genesis verweist. Wahrscheinlicher aber ist es, dass er diese Eintheilung der Seelenkräfte vorgefunden. Noch bestimmter lässt eine Entlehnung vermuthen seine Aeusserung im Jezirah- Commentar S. 30, wo er ohne jede nähere Angabe von zwölf bekannten Kräften spricht. Was diese ins Einzelne gehende Zergliederung der Seelenkräfte betrifft, so denkt man zunächst an die Stoiker, bei denen diese Methode beliebt war, vergl. Tertullian, de anima, c. 14, wo es heisst: ״Man theilte die Seele bald in zwei Theile, wie Plato, bald in drei, wie Zeno, bald in fünf und sechs, wie Panaetius, in sieben, wie Soranus, ja sogar in acht, wie Chrysippus, sogar in neun, wie Apollophanes, aber auch in zwölf, wie einige Stoiker. In zwei fernere Theile wird sie ausserdem noch von Posidonius, der von zwei Titeln ausgeht, dem Obersten, ־/yprovi/ov genannt, und dem Vernünftigen, Xo1־)־zov genannt, und sie sodann in siebzehn Theile zerlegt.“ Die Lesearten schwanken hier, und nach einigen ergiebt sich, dass Posidonius bloss zwölf Seelenkräfte angenommen hätte. Zeller (3) III, 1, S. 581 A. 2 meint, dass schon die Unterscheidung zwischen dem 7p(cU.ovtxov und Xo*jT/.öv beweise, dass wir es hier mit einem von Tertullian selbst verschuldeten Missverständnis zu thun haben. D i e 1 s, Doxographi Graeci, S. 206, glaubt, das Missverständnis sei vielleicht auf folgende Weise entstanden. Panaetius habe sechs Seelenkräfte angenommen, indem er bloss das sensitive und das Denkvermögen zählte, die fünf Sinne und das Denken. Posidionius, welcher sich Panaetius angeschlossen, habe die sechs Seelentheile zusammenfassend, erläuternd hinzugefügt, 0״ gi39t״t7.0.׳v za» to Lo־.׳ן/. .v 7l 7pp1.0v1'0׳v. woraus der Irrthum Tertullian’s, der diese Worte nicht als Erklärung, sondern als besondere Vermögen auffasste, möglicher Weise geflossen sei. Diese Vermuthung setzt, wie Hirzel (Untersuchungen zu Ciceros philosophischen Schriften II, S. 782) mit Recht bemerkt, zu viel Missverständnisse auf Seiten Tertullian s voraus. Hirzel, auf dessen Auffassung hinsichtlich der Unterscheidung zwischen Ko,tzov und 1p(׳su/,v».zov wir noch später zurückkommen, glaubt die Relation Tertullian’s aufrecht erhalten zu können, und zwar würden sich die angeblichen zwölf Seelenkräfte des Posidonius durch folgende Zählung ergeben: der '/.010יב1ן^ und die von ihm abhängigen fünf