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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1898-01-01 · 1898 · page 33

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1898
Date
1898-01-01
Page
– (sequence 33)
Language
German
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27 wäre, aus welchen die Körper der sublunarischen Welt bestehen. Ja, sie muss sogar von erhabenerer Natur sein als die Substanz der Sphären und an Feinheit selbst diese übertreffen, weil sie sonst nicht mit Vernunft begabt sein könnte, ebenso wenig wie diesen das Denken und die Erkenntniss eignet46). Zu diesem Vernunftbeweis gesellen sich die Aussagen der Schrift, die zuweilen die Sphären als Massstab für die Seelen gebraucht und von den reinen und lauteren Seelen sagt, dass sie gleich jenen leuchten werden (Daniel 12, 3), während es von den sündhaften heisst, dass sie jenen an Glanz und Reinheit nachstehen (Job 15, 15). Die Schrift würde sich dieser Vergleiche nicht bedienen, wenn nicht die Wesenheit der Seele der der Sphären in mancher Beziehung gleich wäre47). 46) Nach den Worten הדולקים הארציים ■im .ואלו היתד ist ein Passus ausgefallen, der nach dem Wortlaut des Originals ungefähr lauten muss לא הייתה פועלת אלה הפעלים הגדולים ואלו היתד■ מן החלקים הגלגליים u.s.w., vgl. Magazin vii,s. 85. 47) Die Anschauung Saadias dürfte vielleicht auf die Stelle des iVristoteles (de gener. animal. II, 3, 736 b 29) zurückzuführen sein, in der es heisst: Tcd37]s u.3v o׳jv oüvaiiic 33־p0u ao')|1c׳.T0c £01/s x£vjj 1v0)v7jX£v(/.׳. zai h'£,-0T££)0u tojv xaXoutiivcuv 3-01y3(0)v. tue 03 017׳.<p£po׳J31 ai <puy׳z1 xal auiua aTA74/Uov, ootio y.ai 7^ ־:oiauT7j Ol׳Z(p£p£l Cp'JOlC. TÜ'ZVTOJV |J.£V yj.rj SV Tlj> 37:3 pULC/־'. £VÜ7:(Zpy£t. 07:3p 7:0131 fOVllKZ ctVGfl ~6t a7:£p|JLC/.TC(, to xo׳Aoü|j.3vov 8-£putov, vgl. Guttmann a. a. O. S. 199 A. 3. Hierbei ist jedoch nicht zu übersehen, dass Aristoteles hier nicht von der Seele selber redet, sondern nur von ihrem unmittelbaren Substrat, das von ihm bald als 7:v3uu.«, bald als das Warme bezeichnet wird und das demnach identisch ist mit חום הטבעי bei Saadia, vgl. Zeller (3) II, 2. S. 483. Auch Galen, der zu keiner bestimmten Auffassung über das Wesen der Seele gelangen kann, bezeichnet es an einer Stelle als zweifelhaft, ob man die Substanz der Seele als eine unkörperliche oder als einen, lichtartigen ätherischen Körper anzusehen habe (otov aü0£10£)־Q 3:׳ v,o\ «133pm0£^ atou/z vgl. Zeller (3) III, 1, S. 829 A. 1). Doch wird hier die Seele in letzterem Falle ausdrücklich zöryj genannt, was sie nach Saadia nicht ist. Hingegen könnte es scheinen, als ob mit der Anschauung Saadias die Aeusserung Moses Ibn Esra's (Zion II, S. 159) verwandt wäre, der die Seele eine durchsichtige Substanz nennt: עצם פניני ממלא חסרון גון? טבעי; Vgl. die von Dukes daselbst angeführten ähnlich klingenden Aussprüche anderer Autoren. Ebenso heisst es beiden lauteren Brüdern (ed.Dietericill, S. 187): Lal^; doch können wir in diesen und ähnlichen Aeusserungen nur scheinbare Parallelen erblicken, denn sie beruhen auf einer ganz andern Grundauffassung vom Wesen der Seele, als der Saadia eigenthümlichen, sie entstammen neuplatonischen Quellen. Für uns aber kann das Kriterium der Abkunft allein massgebend sein. Denn wie weit solche Bezeichungen, wie ״lichtartig“, ״durchsichtig“, buchstäblich oder bildlich zu nehmen sind, lässt sich in einem Falle, wie dem unserigen, nur schwer entscheiden, und nur der Ursprung derselben kann dafür Ausschlag gebend sein. So wird von Plotin auch die intelligible Welt lichtartig und durchsichtig an vielen Stellen genannt, aus denen wir eine hervorheben wegen eines Fehlers, der sich in den Text eingeschlichen und nach der Theologie verbessert werden kann. Ennead. V.

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