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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1898-01-01 · 1898 · page 32

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1898
Date
1898-01-01
Page
– (sequence 32)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720975--31-2724696
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26 sicht Saadias verstossen, wenn man auch nicht behaupten kann, dass er irgendwo ausdrücklich und in unzweideutigen Worten die Seele als Entelechie des Körpers bezeichnet hätte44). Von welcher Beschaffenheit jedoch haben wir uns die Substanz der Seele zu denken? Wir haben gleich im Anfänge bemerkt, dass sich die von Saadia zurückgewiesenen Ansichten unter drei Klassen subsummiren lassen, so dass wir es im Grunde genommen mit der Bekämpfung dreier Theorien zu thun haben, von denen die erste die Substantialität, die zweite die Unkörperlichkeit, die dritte die Einheit der Seele auf hebt. Halten wir diesen Gesichtspunkt fest, so werden wir auch in den Worten, mit welchen Saadia seine eigene Ansicht darlegt, einen gewissen Zusammenhang nicht vermissen. Waren seine Aeusserungen, die wir soeben erörtert, vorzugsweise gegen die erste Theorie gerichtet, so können wir an den folgenden Bemerkungen, die der Beantwortung der obigen Frage gelten, eine positive Begründung seines Standpunktes erblicken gegenüber der von ihm bereits zurückgewiesenen zweiten Theorie von der Körperlichkeit der Seele. Die Seele, fährt Saadia in seiner Dar- Stellung fort, ist eine lichtartige Substanz, der Substanz der Sphären vergleichbar und diese an Feinheit und Lauterkeit noch überragend, weshalb sie auch mit der Kraft der Erkenntniss und und des Denkens begabt ist45). Sowohl die Vernunft als auch die Offenbarung, diese beiden Hauptwurzeln aller Erkenntniss, leiten zu dieser Anschauung hin. Betrachten wir nämlich die weise und bewundernswerthe Thätigkeit der Seele und die Wirksamkeit, die sie während der Dauer ihres Aufenthaltes im Körper, der ihrer Leitung unterstellt ist, ausübt, und der aller jener Vorzüge beraubt wird, sobald sie ihn verlassen hat, so drängt sich uns die Ueberzeugung auf, dass sie nimmermehr im Stande wäre, in dieser Weise zu wirken, wenn sie aus den elementaren Stoffen zusammengesetzt **) Vgl. oben A. 40 und die früher bereits angeführte Stelle aus der Theologie S. 42, wo die Frage aufgeworfen wird, wie sich die Annahme von der Substantialität der Seele mitder Definition der Seele als Entelechie des Körpers vereinigen lasse. Die Anwort geht darauf hinaus, man habe hier den Begriff der Entelechie in einem andern Sinne als sonst zu nehmen, insofern hier durch diesen Ausdruck die Seele nicht als die mit dem Körper entstehende und vergehende Form, sondern als Erkenntniss- und Bewegungsprinzip desselben bezeichnet werde. 4ף Em. s. 97. ואומר כי אשר התאמת כי הנפש ברואד..... ושעצמה עצם נקי בנקיות הגלגלים ושהיא מקבלת האור כאשר יקבל הגלגל ותהיה בו מאירה אבל עצמה יותר דק מן הגלגלים ועל כן היתה מדברת. Unter dem Lichte, das die Seele in sich aufnimmt, ist die Weisheit und Erkenntniss zu verstehen, vgl. Commentar zu den Sprüchen, s. 136: אד אלנפם פראג אלבדן ואלחבמה פראג אלנפם.

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