Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1898
- Date
- 1898-01-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
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18 die nun folgenden Theorien, mit Ausnahme der vierten, die Grundtendenz haben, die Seele selber als einen Körper zu erklären. Dahin gehören die Ansichten, welche behaupten, die Seele bestehe II. aus Luft28) oder III. aus Feuer29). Gegen diese beiden Theorien erhebt Saadia einen Einwurf, der in erweiterter Form sich gegen jede materialistische Anschauung von der Seele und nicht bloss gegen die genannten beiden Ansichten geltend machen lässt. Wäre nämlich, meint er, die Substanz der Seele luftartig, so müsste sie auch die besondere Beschaffenheit der Luft, d. i. die Natur des Warmen und Feuchten, wäre sie Feuer, die Natur des Warmen und Trocknen an sich haben, was thatsächlich nicht der Fall ist. In allgemeinerer Fassung Hesse sich dieser Einwurf folgendermassen formuliren: Wäre die Seele ein Körper, so müsste sie auch die besonderen Beschaffenheiten der Körper besitzen und auch ausschHessHch gemäss dieser Beschaffenheiten wirken. In der That begegnen wir anderswo dem Einwurf Saadias in dieser verallgemeinerten Form. Ob ihn jedoch Saadia ebenfalls dorther entlehnt und ihn lediglich zum Zwecke seiner Argumentation gegen die zweite und dritte Theorie diese besondere Fassung verliehen hat, lässt sich nicht mit Sicherheit behaupten30). IV. Die vierte Theorie lässt die Seele aus zwei Theilen bestehen, aus einem denkenden, vernünftigen, unvergänglichen Theil, 28)Em. S. 96: והשני ראיתי* אנש״ם חשבוה רוח. Dies ist die Ansicht des Diogenes aus Apollonia, welcher nach Aristoteles, de anima I, 2 405a 21 die Seele als Luft betrachtete, weil diese die feinsten Theile habe und Prinzip der Dinge sei. Die gleiche Ansicht wird von Späteren auch dem Anaximander und Anaximenes zugeschrieben, vergl. Siebeck a. a. O. I. S. 38 f. Em. das. והשלישי אנשים חשבוה אש. Die dritte Theorie entspricht der vom Aristoteles a. a. O. 403 b 31 im Namen des Demokrit mitgetheilten Ansicht, wonach die Seele Feuer sei und Warmes (~׳jp יד. xal lbpu.ov). Vergl. Guttmann a. a. O. S. 196 A. 5. 30J In dieser allgemeinen Form begegnen wir diesem Einwurf bei Plotin, der speziell gegen die Stoiker bemerkt, die Seele könne überhaupt kein Körper sein, weil sie in diesem Falle auch die Eigenschaften der Körper haben und warm oder kalt sein müsste, vergl. Ennead. IV. 7, 4 (Theologie S. 130, Ueber־ Setzung S. 131): ,'Ext 03 xal ix xuivos 01 x tJxxov ©aiv3x«1 doovaxov ov x7Jv ^üy7,v slvai owjJL« oxioov* 7j yap llspjjtöv iaxiv 7] (jwypov, 7] axX7jpov ־/J p.aX׳zxöv Dypov X3 9} lusinyfO(; jieXav xs 7j Xsuxov xal Tcdvxa 03a 7u010x7]x3; äbXca iv aXXaic. Auch die Bemerkung Saadias, wir finden, dass die Seele nicht diese bestimmte Natur des Feuers und der Luft habe, wäre nach der Fortsetzung der angeführten Stelle zu erklären, die weiter auseinandersetzt, dass die Körper entsprechend ihren Qualitäten auch nur besondere Wirkungen auszuüben im Stande sind, nicht aber sei es Sache des Feuers Kälte, des Kalten Wärme zu bewirken, xal 3׳. [jlsv 93־p|j10v jiovov. D-spjiavsT. tyjyp'ov 03 jjlovov ov <J/o£31.... 00 ךdp Tüopo; xo <|>uys1v 0003 xoo ^oypoo 0־spjJLa icotslv.