Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1898
- Date
- 1898-01-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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auch über die Beschaffenheit und die Natur dieses Accidenz von einander abweichen. Von diesen Ansichten erklärt die erste die Seele für ein sich selbst bewegendes Accidenz 19), die zweite für die Vollendung eines natürlichen Körpers2’), die dritte für die Ver- 19) Em. s. 93: ־.קצתם חשבוה מקרה מניע עצמו Für מקרה hat cod. M. wie Landauer zur St. angiebt, die Marginalie מספר, ebenso der Paraphrast des Münchener cod. Nach späteren Berichten war es Thaies, der zuerst die Seele als etwas sich selbst Bewegendes erklärte, vgl. Stobaeus, Eklog. I, 794: Ocf/aj; aicscprjvaxo tt.oojtoc -־/,v cbixivYjxov auxox׳ vtjtov, Plutarch, plac. IV, 2, 1, Nemesius, nat. hom. c. 2 p. 28. Diese Nachrichten sind jedoch nicht zuverlässig, da Aristoteles, de anima, I, 2, 405a 19 bloss berichtet: £01 xs 02 xat öaX^t; s£ o»v aTC0jjLV7jjjL0v£׳j0ü3• xtvTfj־»xov Tt T7(v cjrjy^v üTUoXaßciv, sircsp tov X(ö־ov icpyj 6uy7]v 3y31v, oxi xov a07'׳jpov xtvsi, vgl. Zeller (4) I, S. 181, Siebeck, Geschichte der Psychologie, I, S. 35. Anonym wird jedoch jene Definition der Seele von Aristoteles daselbst angeführt 404a 20: xauxo 03 cpspovxa». xai oaoi Lr(׳ooa» x7,v cj>oy7]v to abxo xtvoäv, worunter nach Philoponus zur St. Plato und Andere zu verstehen sind. — Die LA. מספר מניע עצמו würde der Ansicht des Xenokrates entsprechen, der die Seele als sich selbst bewegende Zahl erklärt, und auf den Philoponus die Bemerkung des Aristoteles 404 b 27 bezieht, wonach Einige im Hinblick darauf, dass die Seele sowohl bewegendes als erkennendes Prinzip zu sein scheine, beide Momente verbunden und dieselbe als sich selbst bewegende Zahl erklärt hätten. Was die Frage betrifft, welche LA. vorzuziehen sei, so scheint auf den ersten Blick מספר den Vorzug zu verdienen, zunächst schon aus dem Grunde, weil in dem zusammenfassenden Urtheii Saadias שהמקרה והשלמות והחבור וההתקשרות וההתיילדות מקרים an erster steile שהמספר weit besser passt als שהמקרה, das eine unerträgliche Tautologie ergiebt. Ferner wird zwar in den angeführten Quellen die Seele als etwas sich selbst Bewegendes erklärt, ein Beleg dafür aber, dass sie ein sich selbst bewegendes Accidenz genannt wurde, ist uns nicht bekannt. Höchstens könnte man vermuthen, das hierunter die Ansicht der Mutakallim gemeint sei, die ihrer Grundanschauung gemäss die Seele als ein Accidenz erklärten und die möglicher Weise im Hinblick darauf, dass die eigenthümliche Wirksamkeit der Seele sich in der Bewegung äussert, eine solche Definition von der Seele hatten. Damit wäre auch die Schwierigkeit beseitigt, die wir oben Anm. 18 gefunden haben. Allein nachweisen können wir diese Definition bei den Mutakallim nicht, so dass sich vorderhand die LA. מספר jedenfalls eher empfiehlt. Vgl. zum Ganzen Guttmann a. a. O. S. 195 A. 2. 2,י) Em. das. וקצתם חשבוה שלמות לנשם טבע־. Hierunter ist offenbar die Ansicht des Aristoteles gemeint, der die Seele als die Entelechie des Körpers definirte. Im höchsten Grade befremdlich aber ist es, wenn Saadia die Sache so darstellt, als ob nach dieser Ansicht die Seele ein Accidenz wäre, was der Absicht und der eigentlichen Meinung des Aristoteles gewiss widerspricht. Guttmann a. a. O. S. 195 A. 3 glaubt, Saadia beurtheile die Anschauung des Aristoteles vom Standpunkte der Mutakallim aus, die, wie wir aus Moreh I, 73, VIII erfahren, auch die Entelechie der Dinge als ein Accidenz betrachteten. Allein Saadia ist kein Anhänger der Atomenlehre, und was vom Standpunkte der Mutakallim sich vielleicht als eine natürliche Consequenz , ergiebt, muss für Saadia erst nachgewiesen werden. Ferner spricht gegen die Annahme Guttmanns die detaillirte Aufzählung