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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1898-01-01 · 1898 · page 18

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1898
Date
1898-01-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720975--17-2724682
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— 12 führung von sieben Theorien zu beschränken, die er der Reihe nach einer Prüfung unterwirft, um sich der zuletzt von ihm erwähnten siebenten Ansicht anzuschliessen17). Ueberbücken wir die von "ihm abgelehnten Ansichten, so werden wir gewahr, dass sich dieselben unter drei Hauptklassen bringen lassen. Durch die Vornahme einer solchen Gruppirung wird die Tendenz unseres Philosophen schärfer hervortreten und wir werden sicherer erkennen, worauf es ihm bei seiner Polemik hauptsächlich angekommen ist. Er weist also hinter einander diejenigen Ansichten zurück, welche a) die Substantialität, oder b) die Unkörperlichkeit, oder c) die Einheit der Seele aufheben. Nur was die erste Hasse betrifft, so verfährt Saadia in der angedeuteten Weise, während er die zu den beiden andern Klassen gehörigen Theorien nicht zu bestimmten Gruppen zusammenfasst, dieselben vielmehr in Form einer trockenen Aufzählung einherschreiten lässt. Für unseren Zweck genügt es, auf die leitenden Gesichtspunkte seiner Polemik hingewiesen zu haben, im Uebrigen aber werden wir, um uns nicht ohne Noth von seiner Darstellung zu entfernen, seiner Aufzählung folgen. I. Die von Saadia an erster Stelle erwähnte Theorie gipfelt in dem Satze, die Seele sei bloss ein Accidenz des Körpers18). Diese Theorie begreift fünf Ansichten in sich, die sämmtlich darin übereinstimmen, dass sie die Seele ihrer Substantialität entkleiden und zu einem blossen Accidenz des Körpers herabdrücken, wenn sie 17) Nur in Kürze weist Saadia noch hin auf vier Ansichten, von denen früher bereits die Rede war: הרוחניים ודעת שהדברים [nach dem Orig. erg. והם [דעת מעצם הבורא ודעת שהם ממנו ומדבר אחר ודעת בעלי השניים. Gemeint ist die psychogonische Anschauung Plato’s im Timaeus und die der Emanadisten und Dualisten, die als zweite, dritte, vierte und fünfte Schöpfungstheorie aufgeführt werden. Da diese Theorien im Allgemeinen bereits widerlegt worden sind, so ist eine erneute Prüfung derselben, was das Wesen und den Ursprung der Seele im Besonderen betrifft, nicht nöthig. Auf die Ausführungen Saadias im ersten Abschnitt haben wir keine Veranlassung einzugehen, und nur beiläufig sei bemerkt, dass in der Widerlegung der dritten Theorie S. 25 7s. 20 anstatt שהם vor גיפים vielmehr שבים zu lesen ist. 18) Es könnte scheinen, Saadia erwähne diese Theorie an erster Stelle und richte sein Augenmerk auf sie besonders, weil sie, wie wir von Maimuni, Moreh I, 73, V. erfahren, unter den Mutakallim verbreitet war, und wie anderwärts feststeht, auch die Karäer sich zu ihr bekannten, vgl. תורות הנפש, ed. Broyde s. 4: ודעת בעלי הטבע היא שהנפש עדי גופני ומצב מקרי הנשוי על ידי חמר הגוף . .... ובן הוא דעת חלק אחד מהמחלקה המעתזלה ובל המחלקה הקראית. Allein, seltsamer Weise findet sich unter den fünf Ansichten, die Saadia um die erste Theorie gruppirt, kein Hinweis auf die Ansicht der Mutakallim, die übrigens nur eine Consequenz ihrer Grundanschauung war, dass Alles ausser den Atomen, mithin auch Leben und Beseeltheit, Accidenz sei.

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