Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1898
- Date
- 1898-01-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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— iö — für die eine oder die andere Ansicht entscheidet, je nachdem sie ihm mit den Forderungen* des Denkens und dem Zeugnisse der Offenbarung am meisten in Uebereinstimmung zu sein scheint. Der Nachweis für die Richtigkeit dieser Behauptungen im Einzelnen wird sich aus der Darstellung selbst ergeben. 2. Kapitel. Ueber das Wesen der Seele. Schwierigkeit und Wichtigkeit des Seelenproblems. Kritik der verschiedenen Seelentheorien. Saadias eigene Ansicht. Entstehung und Ursprung der Seele, ihre Substantialität und Unkörperlichkeit. Einheit der Seele trotz der Vielheit ihrer Vermögen. Das Seel enproblern gehört nach Saadia zu den schwierigsten und subtilsten der gesammten Philosophie und ist den metaphysischen Fragen über Gott und die Schöpfung ebenbürtig an die Seite zu setzen. Mit der schwierigen und heiklen Natur des Gegenstandes steht die Wichtigkeit und Bedeutung desselben in gleicher Linie. Handelt es sich doch in der Psychologie um die edelste und werthvollste Erkenntniss, mit der sich der Mensch auf das Angelegentlichste beschäftigen soll14). Nur Wenige sind im Besitze dieser für sie so wichtigen Erkenntiss, und die Zahl der Irrenden ist gross. 14) Em. s. 96:כי המחקר בידיעת הנפש הוא מחקר בדבר עמוק ודק כמו שספרתי על מחקר אמת דבר לא מדבר ובענין בורא הנמצאות בן היא זאת גם כן בענינה מן הדקות• Aehnlichen Aeusserungen werden wir bei den späteren jüdischen Religionsphilo־ sophen in verschiedener Form begegnen. Von gleich klingenden Aeusserungen der Philosophen des Alterthums heben wir den Ausspruch Heraklit’s nach Tertullian, de anima, c. 2 hervor: Terminos animae nequaquam invenies, omnem viam ingrediens, ferner die Worte des Aristoteles, de anima, I. 1, 402 a 10: ׳״zvt*/03 ,־ 7:<7.vt(»c 3371 7d>v y</./w37t(uT׳ZT(jJv /vo.ßsiv 7iva tc(c3tiv 7zzpi <7UT7jc, die freilich mit der unmittelbar vorangehenden Bemerkung, die Wissenschaft von der Seele zeichne sich aus 7.«7' <r/p(ßs1av, auf den ersten Blick einen Widerspruch bilden und zu verschiedenen Erklärungen Veranlassung gegeben haben. Plotin unterscheidet zweierlei Fragen in der Psychologie, solche, deren Lösung uns möglich ist, und solche, bei denen wir uns begnügen müssen, ihre Unlösbarkeit eingesehen zu haben und diese Erkenntniss als Gewinn zu betrachten, Ennead. IV. 3. 1: 73־ k0! «fi0p7jaavTa? 031 sic 3670plvv za7«ar7Jva1 ri zai iv <z6t<zic 7׳z1c äzopiaic 37«v7«; 70070 yoüv y.ipooz eysiv, stosvai 70 sv 706701c a70pov, 690<׳jc av syot 77;v 7p«yy1ax81«v "01וjoaobcti. Ibn Rosd, Tahafut al-Tahafut S. 134 bezeichnet die Erkenntniss vom Wesen der Seele als etwas, was nicht durch dialektische Künste erworben, sondern ausschliesslich den wahrhaft Weisen von Gott zu Theil wird: J3 rfjjul ^uul £2* *JU| Li, Anstatt des Citats, das nach diesen Worten bei Ibn Rosd folgt, wird in der lat. Uebersetzung Job 9, 21: לא אדע נפשי als Belegstelle für die Erhabenheit der Wissenschaft von der Seele angeführt