Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1898
- Date
- 1898-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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- V - verschieden aufgefasst worden ist9), mit dem zweiten Maimunis identisch zu sein10). ' Auch Saadias Ein würfe gegen die Dualisten decken sich zum Theil mit denen der Mutakallim bei Maimuni11). Verfahren an, durch welches die Mutakallim ihren elften Grundsatz zu beweisen suchten. Da nun der zweite Beweis bei Maimuni auf der elften Prämisse beruht und nur eine Anwendung derselben auf die Frage der Weltschöpfung ist, so ist der vierte Beweis bei Saadia von demselben nicht wesentlich verschieden. 9) Wir haben hier hauptsächlich den. etwas dunklen Passus im Auge: וקצתם הודה בנפילת חלקים רבים על חלקים רבים. Schreiner, der Kalam, S. 9, meint, der Sinn wäre, die Atome fallen auf einander, und beruft sich dabei auf eine Stelle im Milal des Ibn Hazm. In dieser Erklärung ist vor Allem das Wort Atom offenbar nur aus Versehen gebraucht, denn bei der Annähme von Atomen ist die Schwierigkeit, um die es sich handelt, ohnedies gehoben. Aber selbst wenn man für Atom den Ausdruck Theil einsetzt, so hat die Notiz aus dem Milal mit unserer Stelle gar nichts zu schaffen. Das Citat: (1. Monatsschrift 1896, S. 254 a. 1) enthält lediglich die Behauptung der Stoiker, dass es möglich sei, dass zwei Körper bei ihrer Mischung einander völlig durchdringen. Was kann diese Ansicht zur Beantwortung der aufgeworfenen Frage, wie Bewegung möglich sei, wenn der Raum unendlich theilbar ist, beitragen? Die scharfsinnige Erklärung Guttmanns, das. S. 48, w׳onach die Worte Saadias bedeuten sollen» manche hätten der unendlichen Theilbarkeit des Raumes die unendliche Theilbarkeit der Zeit gegenüber gestellt, dürfte wohl die richtige sein; als Stütze für diese Auffassung kann Aristoteles, Physik II. 223 a 16 dienen. 10) Für den vierten Beweis Saadias ist dies oben nachgewiesen worden. Was den zweiten und dritten betrifft, so genügt eine blosse Vergleichung mit der dritten und vierten Methode der Mutakallim bei Maimuni, Moreh, I, 74. Auch das Argument, das Maimuni im Namen der Mutakallim am Ende der siebenten Methode anführt, und das von dem verschiedenen Umschwung der Sphären ausgeht, benützt Saadia zur Widerlegung der Aristotelischen Ansicht von der ewigen Kreisbewegung des Himmels, vgl. Emunot, S. 32: והרביעיים מהתחלפות התנועות. Wie aus Maimuni und Al-Gazzali, Tahafut, S. 9 hervorgeht, beruht der Beweis darauf, dass bei der Annahme einer ewigen Bewegung sich als Consequenz das Vorhandensein mehrerer Unendlichkeiten von verschiedener Grösse ergäbe. Die Widerlegung, die Guttmann a. a. O. S. 65 im Sinne des Aristoteles zu geben versucht, würde demnach gar nicht die Pointe des Beweises treffen^ wenn auch der Wortlaut bei Saadia die Auffassung Guttmanns, der dem Beweise einen ganz anderen Gedanken unterlegt, zu rechtfertigen scheint. Hingegen ist von den bei Maimuni angeführten Beweisen, der fünfte, die Methode der Determination (דרך התייחד), und der siebente, den Maimuni mit Recht höchst seltsam findet, Saadia völlig fremd geblieben. ״) Vgl. Em. II. 42 und Moreh I. 75. Nur der letzte Beweis be\ Saadia, der in mancher Beziehung dunkel ist, erfordert eine ausführliche