Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1898
- Date
- 1898-01-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Zurückweisung gewürdigt hätte, wenn er irgendwie befürchten musste, dieselbe könnte auch in jüdischen Kreisen Eingang finden7). 7) Als ein Beispiel dieser Art sei erwähnt die dunkle und schwierige Stelle im zweiten Abschnitt S. 48, wo Saadia verschiedene Ansichten über das Wesen Gottes anführt: אמר קצתם אדם ואמר קצתם אש ואמר קצתם אויר וקצתם כסף♦ Anstatt des auffallenden בסף hat der arabische Text sowohl in dem angeführten Passus, wie auch in der Widerlegung Saadias die LA. Las (weiter Raum, nach Frey tag Lex.), die auf alle Fälle den Vorzug zu verdienen scheint, wenn auch die Bedeutung dieses Wortes an unserer Stelle erst festzustellen wäre. Dass man nicht darunter, wie Schreiner in der Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judenthums, Jahrg. 1896, S. 254, behauptet, das Prinzip des Anaximander, das ämipov, das Unendliche, zu verstehen habe, geht deutlich aus der Widerlegung Saadias hervor, welcher bemerkt, Gott kann mit keinem der genannten Dinge identisch sein, da er alle diese Dinge geschaffen habe. Was sollen in dieser Widerlegung die Worte U25 J-iL, jedes Unendliche, bedeuten? Hingegen könnte Ua5 soviel wie Ausdehnung heissen, im Unterschiede von das Terminus für Raum ist. Diese Bedeutung von uäs lässt sich belegen aus den Abhandlungen der lauteren Brüder (ed. Dieterici I. S. 80), wo bemerkt wird, dass Einige den Begriff des Raumes mit dem Begriff der Ausdehnung identificiren: yP Lauf Jyö *Xä» Lä*£.* Nur das Fehlen des Artikels vor Las könnte einigermassen stören, da die Anhänger dieser Ansicht Gott wohl mit der Ausdehnung überhaupt identificirten, so wäre allerdings wca&it eher am Platze gewesen, aber allzusehr kann auch dieser Umstand nicht ins Gewicht fallen. Wenn aber auch die LA. des Originals auf den ersten Blick besser passt, so ist darum doch nicht die LA. Tibbons ohne Weiteres zu verwerfen. Zur Erklärung derselben sei hingewiesen auf Mewakif, ed. Soerensen, S. 842; dort werden die verschiedenen Ansichten der Mugassima angeführt und unter Anderem heisst es: *LOO* J^}—> y** **^5 J0 iLöUaii yP*. Die Bedeutung von iüCuL* wird verschieden wiedergegeben. Während Frey tag es durch pars liquata auri argentive erklärt, bezeichnet es nach Lane: von Schlacken gereinigtes Metall. Doch ist dieser Unterschied hier nebensächlich״ wir erfahren jedenfalls, dass einige Mugassima Gott drei Dimensionen beilegten und ihn an Glanz dem von seinen Schlacken gereinigten, oder dem noch im Flusse begriffenen Edelmetall gleich sein Hessen. Da die Worte אמר קצתם אדם gewiss auf die Mugassima hinweisen, so ist es wohl möglich, dass unter כסף die erwähnte Ansicht gemeint sei, und dass Saadia auch diese ungereimte Behauptung einer Widerlegung würdigte im Hinblick auf den Anklang, die auch die Ansichten der Mugassima in jüdischen Kreisen fanden. Demnach wird sich die Meinung Guttmanns (das. S. 20 A. 4), dass Saadia das Buch Schiur Komah darum im Emunot nicht erwähnt hätte, weil er nur solche Ansichten berücksichtigen wollte, die irgendwelche wissenschaftliche Bedeutung beanspruchen können, schwer aufrecht erhalten lassen. Das Buch Schiur Komah und die von Saadia erwähnten Ansichten, stehen in wissenschaftlicher Hinsicht auf gleichem Niveau.