Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1898
- Date
- 1898-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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m jüdischen Religionsphilosophen zumeist fehlt. Abgesehen von Joseph Ibn'Zaddik und Abraham Ibn Daud, bei denen wir ein vollständiges, in sich abgeschlossenes System der Seelenlehre finden, behandeln die Anderen immer nur denjenigen Theil des Gebietes, der sie für ihr ganzes System besonders interessirt. So beschäftigt sich beispielsweise Maimuni, dessen ״acht Capitel“ zumeist Moral-Psychologie enthalten, in seinem ״Führer“ Vorzugsweise mit den Fragen, die den denkenden Theil der Seele be־ treffen, und dasselbe gilt dann mehr oder weniger von seinen Nachfolgern, Gersonides und Kreskas. Von Gabirol und Bach ja lässt sich nicht einmal der Rahmen angeben, innerhalb dessen ihre psychologischen Betrachtungen sich bewegen, weil es bei ihnen überhaupt an einer zusammenhängenden Erörterung fehlt, und es zumeist nicht aneinander gereihte Aeusserungen sind, die mühsam zu einem Ganzen vereinigt werden müssen, wenn man einen einigermassen zuverlässigen orientirenden Ueberblick über ihre psychologischen Anschauungen gewinnen will. Wir gedenken unsere Darstellung zunächst von Saadia bis auf Maimuni herabzuführen. Von monographischen Darstellungen über den hier zu behandelnden Gegenstand sind uns blos der kurze Abriss über den Entwickelungsgang der Psychologie in der jüdischen Religionsphilosophie von Schmiedl in seinen ״Studien‘־, S. 131—156 und Scheyer’s psychologisches System Maimunis bekannt geworden. Was die umfassenderen Arbeiten auf dem allgemeinen Gebiete der jüdischen Religionsphilosophie angeht, so verdanken wir namentlich den gediegenen und erschöpfenden Leistungen Guttmanns und Kaufmanns reiche Anregung und Belehrung.