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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1897-01-01 · 1897 · page 29

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1897
Date
1897-01-01
Page
– (sequence 29)
Language
German
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67 die Juden, Wenn einige hie und da im Pestjahre dem Gemetzel entrannen, so brauchten sie nicht weit zu fliehen, um ihr Leben in Sicherheit zu bringen. In Glatz1), Görlitz2), Jauer3) und Liegnitz4) und auch in der und jener Ortschaft des Bisthums5) und Oberschlesiens6), das man damals im allgemeinen noch zif Polen rechnete7), scheinen ihre Verhältnisse überhaupt unerschüttert geblieben zu sein. Auch in Brieg8) werden sie sich unter der ge־ rechten und landesväterlichen Herrschaft Herzog Ludwigs I bald wieder sicher gefühlt haben. Am fröhlichsten aber gediehen ihre Niederlassungen in der einzigen Landschaft, die ihre politische Selbständigkeit am zähesten und längsten bewahrt hat, im Herzogthum Schweidnitz. *) Vgl. S. 51, Anm. 3. 2) Anh. m, E, HI. Vgl. Knotlie, zur Gesch. d. Juden in der Oberlausitz (im Neuen Archiv für sächs. Gesch., Bd. H), S. 61. 3) Am 17. October 1368 erhalten die Juden von Jauer von der Herzogin Agnes und dem Bürgermeister und den Rathmannen zu Jauer Schutz und Freiheit auf weitere fünf Jahre nach des Herzogs (Bolko’s H) Tode (Sehweidnitzer Stadtarch. Sectio H, Membr. V, divisio H, No. 1). Diese Freiheiten bestätigte König Wenzel als Oberlehnsherr (auch für Schweidnitz) am 18. Juli 1372 (das. 1 Rep., II Alph., Sectio H, Membr. V, divisio Hp, No. 2). Am 18. August 1389 erhält Pipke, Jude zu Jauwer, eine Schuld von 100 Mk. bezahlt (Schirrmacher, S. 228, No. 345). Vgl. Anh. HI, E, V. 4) Vgl. das. VI. 1397, 7. September, erhielten die Rathmannen'[za Breslau Quittung über 800 Mk. die sie ״helie deme juden czu Legniczw gezahlt haben (Brsl. Stadtarch. Roppan 47c.) 5) Am 27. Januar 1373 bekennt Reinczke Kuwer einem Juden in Patschkau 23 Mk. schuldig zu sein (Staatsarch., Neisser Landbücher, f. 48b). Am 23. August 1384 bekennen die Rathmannen von Neisse, dass Chaman Jude vom Herzog Przemko v. Troppau (XI, 12) 2000 Mk. pragerisch Groschen erhalten habe. 6) 1373 wird eine Jüdin in Cosel und ein Jude in Peiskretscham erwähnt (Z. VI, 81, No. 375, oben S. 55, Anm.). 1367 werden *Schulden bei Juden in Troppau und Ratibor erwähnt (Stadtarchiv Klose K. 11c, vgl. E. E. 42). In einer Matrikel des Ratiborer Collegiatstiftes wird 1377 eine Judengasse in Ratibor erwähnt (Weitzel, Ratibor, S. 109. Vgl. Anh. HI, E. IX u. XTT). In Jägerndorf verkauft der Bischof Jonas 1386 seinem Bruder Jacob für 8 Mk. sein Haus auf der Schuhöickergasse (Biermann, Troppau, 447). In Oppeln verkauft Herzog Bolko (VI, 22) im Jahre 1396 ein Haus, welches einst dem Juden Isaak gehört hatte (Jdzikowsky, S. 121.) 7) Grünhagen, Gesch. Schles. I, 178, vgl. 188 f. 8) Vgl. S. 43, Anm. und weiteres Detail über die sonstigen Geldgeschäfte der Brieger Juden, Anh. HI, D, H. Vgl. ferner die Urkunde vom 27. Novbr. 1364 (Z.VI, 64, No. 583), vom 11. August 1378 (das. 92, No. 843), vom 13. Septbr. 1379 (das. 93, No. 851), vom 19. Februar 1382 (Z. XI, 434, No. 928), vom 4. März 1386 (Z. XI, 440, No. 984) und vom 7. November 1385 (Brieger Stadtbuoh, f. 95).

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