Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1897
- Date
- 1897-01-01
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
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66 Liegnitz *), Neisse* 2), Neumarkt3), Ohlau4), Schweidnitz5), Trebnitz6) und Teschen7) sind aus dieser Zeit nur vereinzelte Nachrichten auf uns gekommen, aus denen ein zusammenhängendes Bild ihrer Schicksale sich nicht gewinnen lässt. 2. Vom grossen Sterben in Schlesien bis zum Beginn des fünfzehnten Jahrhunderts (1362—1400). Während der ganzen Zeit, in welcher den Juden die bürgerliche und staatsbürgerliche Gleichberechtigung vorenthalten blieb, war es ihr unverschuldetes Verhängniss, dass ihr Wohlstand sich auf dem Unbehagen ihrer nichtjüdischen Umgebung aufbauen musste. Der einzige ihnen verstattete Nahrungszweig, der Geldhandel, der Quell ihres Reichthums, erzeugte überall bei den Zeitgenossen Hass und Erbitterung gegen sie und wurde der Quell ihres endlosen Elends. Ebenso bereitete nicht selten gerade die Zersplitterung der Obrigkeitliehen Gewalten und der dadurch gehemmte wirthschaftliche Aufschwung den Boden, der günstig war für die Entstehung und das Wachsthum jüdischer Ansiedelungen. So ging es im vierzehnten Jahrhundert auch hier zu Lande. Die politische Zerplitterung und die ungleichmässige wirthschaftliche Entwickelung der Gebiete erwies sich jetzt als ein Segen für *) Vgl. S. 48, Anin, 1 S. 54, Anm, 4 und S. 56, Anm. 8, Anh. III, D, V. Im Jahre 1038 sollen bei einer Feuersbrunsfc einige Häuser auf der Judengasse beim Kohlenmarkt ein Opfer der Flammen geworden sein (Thebesius I, 11), 2) Vgl. S. 56, Anm. 12, S. 64, Anm. 8 und Anh. III, D, VI und die Nachricht aus dem Jahre 1350, S. 65, Anm. 3, כיישא im Mainz-Nürnberger Gedenkbuch (BEJ. IV, 28) und daraus verderbt נויישא im Deutzer (S. 6) meint offenbar Neisse. 3) jj|e Neumarkter Gemeinde scheint 1345 in einem Filialverhältniss zur Breslauer gestanden zu haben (0., 49 No. 5). Wahrscheinlich hat sie von Alters lier den Breslauer Friedhof mit benutzt und ebenso wohl auch die Gemeinden in Guhrau und Namslau. Vgl. übrigens Isserlein Pes. 65 über das Verhältnbss der Gemeinden mit Begräbnissplätzen zu den kleineren in ihrer Umgebung. Vgl. auch Anh. III, D, VH und S. 45, Anm. 2, S. 56, Anm. 13, und S. 64, Anm. 5. 4) Vgl. Anh. HI, D, VIH und S. 56, Anm. 15. ■*) Vgl. Anh. HI, D, IX, S. 54, Anm. 4; S. 56, Anm. 17; S. 60, Anm. 4; S. 62, Anm. 2; S. 64, Anm. 1, und weiter S. 68 ff. 6) Anh. IH 0. X. 7) Dass die Inschriften der Grabsteine aus den Jahren 1362, 1364 und 1366 (Biermann, Teschen, 284) vierhundert Jahre, jünger sind, hat Berger in der MS., Jahrg. 40, S. 37 f. nachgewiesen.