Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1897
- Date
- 1897-01-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
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- Brzeg 2× ep/1044274
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64 Die Geschichte der Juden im Herzogthum Breslau ist damit vorläufig zu Ende. Nur eine einzige Familiel) hat von 1364 an Mer noch auf einige Jahre ihren Wohnsitz genommen. Dann gingen Jahrzehnte ins Land, bis neue jüdische Ansiedler in grösserer Anzahl den vom unschuldigen Blute ihrer Glaubensbrüder getränkten Boden wieder zu betreten wagten. Das böse Breslauer Beispiel aber wirkte ansteckend auf andere scMesische Städte. Dazu kam, dass bald nach der Feuersbrunst in Breslau schwere Prüfungsjahre über das ganze Land hereinbrachen. 1361 wurden die Bewohner von einer entsetzliehen Hungersnot!!2), 1362 vom schwarzen Tode3) heimgesucht. Damals erschlug man Juden in Brieg4), Guhrau5), Lähn6) Löwenberg7) und Neisse8) wegen den abenteuerlichsten Verbrechen, die man ihnen zur Last legte. Sichere Nachrichten besitzen wir nur über Guhrau und Brieg. In beiden Städten waren Handwerker die Rädelsführer bei den Judenmorden9). Nur der Name eines einzigen der unschuldigen Opfer ist uns aufbewahrt. Die ג) Ahh. III E, I, Sie zog später nach Schweidnitz 2) Ann. Wratisl. maj. in MG. XIX, 532. Vgl. Rosicz in SS. rer. Sü. XII, 40. 3) Vgl. Grünhagens Excurs über die Zeit des Auftretens des schwarzen Todes in Schlesien (Z. XVII, 39—48). 4) Vgl. Cod. diplom. Sil. IX, No. 235, Z. XVII, 37 vgl. 42. Das Verzeichniss der Mörder bei O., S. 53 ist zu berichtigen und zu ergänzen nach der Eintragung des Brieger Stadtbuchs vom 22. Mai 1363 (mitgeth. von Grünhagen in Z. VI, 377). Oelsner bringt die Ereignisse von Brieg und Guhrau mit Unrecht in das Jahr 1349 (S. 18). 5) Hier, wie in Namslau und Neumarkt war seit dem 25. Juni 1359 der Breslauer Rath vom Kaiser mit der Ausübung des Judenschutzes beauftragt 'O., S. 66 f., No. 23). Der den dortigen Juden ertheilte städtische Schutzbrief auf zwei Jahre trägt das Datum 19. Februar 1359 (0., S. 69, No. 26). Vgl. Z. XVII a. a. 0. 6z Knoblich, Chronik von Lähn, S. 51 setzt ein Verfolgung wegen Wuchers in das Jahr 1362. 7) Bergemann, Löwenberg, S. 601. Hier sei der 1360 drohende Aufruhr dadurch beschwichtigt worden, dass die Juden die Bezahlung eines Theiles der Stadtschulden — vgl. S. 42, Anm. 4. — auf sich genommen hätten. 8) Hier sollen am 25. Juli 1360 nach Fischer und Stuckardt, Zeitgesch. der Städte Schlesiens eine Menge Juden wegen Hostienschändung ״geschmauchet“ worden sein. Die Nachricht scheint wenig glaubhaft. ä) Das Verzeichniss der Judenmörder von Guhrau bei 0., S. 53, No. 10. j