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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1897-01-01 · 1897 · page 24

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1897
Date
1897-01-01
Page
– (sequence 24)
Language
German
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IRI
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62 gleicher Würde und Ehrenstellung der Bischof Smogil1), der Schwager des reichen Lawentin von Schweidnitz, neben ihm. Nur durch den Umstand, dass der Schweidnitzer Herzog seine reichen Juden mit List und Gewalt wieder in den Bereich seiner Macht zu bringen wusste2 *), wurde er schnell seiner Breslauer Thätigkeit entzogen. Sonst lebten beide Gelehrte, so viel wir wissen, in gutem Einvernehmen8). Die zeitgenössische hebräische Litteratur weiss von Beiden nichts zu melden. Auch in der Gemeinde herrschte Wohlstand und ungetrübte Eintracht. Da wurde plötzlich dieses stille Glück mit einem Schlage vernichtet. Am 25. Juli 13604 * * *) wurde die Stadt neuerdings von einer Jahrhunderte gelaugt ist. Für unsere Darstellung aber muss der Maassstab zur Vergleichung nicht sowohl von der Blüthezeit des jüdischen Geisteslebens in Deutschland als vielmehr von der litterar. Thätigkeit der nichtjüdischen Zeitgenossen in Schlesien hergenommen werden. Wenn man dann sieht, was Henschel, dessen Arbeiten ein Sachkundiger, wie Grünhagen, (Quellennachweis zu Bd. I, S. 115) als höchst fleissig und verdienstvoll anerkennt, über ״Schlesiens wissenschaftliche Zustände im 14. Jahrhundert“ (Breslau, 1850) S. 5, 7, 9, 15, 18, 24 f. 30, 36, 44 und 46 beigebracht hat, und es auch nur mit dem knappen Durchschnittsmaass des Wissens eines Talmudgelehrten jener Tage vergleicht, so wird man finden, wie ungemein überlegen im Bereiche der geistigen Cultur die Juden hier zu Lande ihren Zeitgenossen gewesen sein müssen. Man halte dabei im Auge, dass kaum ein Jahrzehnt später Autoritäten, wie R. Os er aus Schlesien und R. David aus Schweidnitz, deren Namen weit und breit mit Ehrerbietung genannt wurden, hier gewirkt haben. 1) Anh. HI, D, I, 171. 2) Vgl. S. 54, Anm. 4. 8) Dass mehrere Gelehrte mit gleichen Ansprüchen und Befugnissen gleichzeitig in derselben Gemeinde lebten, war im 14. und 15. Jahrhundert nichts seltenes. In Krems z. B. wirkten gleichzeitig R. Josua Eger und R. Nachlip, in Mainz R. Salman Runkel und R. Todros, in Nürnberg R. Israel (vgl. Stern, die israel. Bevölkerung der deutschen Städte III, S. 104) und R Koppelmann und später R. Salman כ״ץ und R. Jacob Weil (gegen Stern a. a. O. 327, vgl. Weiss V, 249), in Wien R. A. Klausner und R. Meir b. Baruch ha־Levi (In Lek. Joscher I, 14 b steht wirklich כשישב wie ich zu Güdemann III, 27, n. 1 anmerke. Reiches neues Material über ihn bei Stern a. a. 0.325.) S. Jac. Weil RGA. 151, Isserlein, Pes. 126—128, und Isr. Bruna, RGA. 212, vgl. Weiss zur Gesch. d. jüd. Tradition V, 170. 4) Rosicz (SS. rer. Siles. XII, 40) meldet: ״Anno domini 1360 in die sancti Jacobi apostoli interfecti sunt Judei Wratislavie et quasi tota civitas exusta fuitM. Genau ebenso berichtet Pol. (I, 128), es seien am 25. Juli 1360 die Juden zu Breslau alle erschlagen worden und bald nachher die Stadt fast gar ausgebrannt. Nur in der Jahreszahl abweichend, im Kalendertage aber übereinstimmend, erzählt Dlugosz (hist. Pol. IX, col. 1130), am 25. Juli 1361 sei in Breslau eine grosse Feuerbrunst ausgebrochen, in Folge deren die Breslauer einen grossen Zorn gegen die Juden gefasst und diese verfolgt und vertrieben hätten. Da wir nun aber bereits am Freitag nach Margarethe,

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