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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1897-01-01 · 1897 · page 14

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1897
Date
1897-01-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
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RfipSPiiPg — 52 — brüdern in der Stadt zurückgeblieben war, zuerst die entsetzliche Losung ausgegeben hat, dass es vielleicht auch nur durch den verhetzenden Bericht, dass überall in christlichen Landen den Juden dergleichen Unthaten zugetraut würden1), den Anstoss zu den Gräueln gegeben hat. Das aber steht fest, dass ansässige Breslauer Bürger sich unmittelbar an Brand, Raub und Mord betheiligt haben2). Unter den Juden wurde ein entsetzliches Blutbad angerichtet. Von 66 oder 68 Familienhäuptern sind nur 5 oder S3) entronnen, darunter, vielleicht rechtzeitig gewarnt, einige der Reichsten4), und ausserdem einige der Aermsten5), an denen nichts zu gewinnen war. Von den Uebrigen ist jede Spur verloren6). die Judenmörder gewesen sind. Grünhagen hat vielleicht nicht daran gedacht, dass der Rath nur gewinnt bei der Annahme, dass ein Rest von Rechtsgefühl ihn im ersten Schrecken veranlasst habe, den wahren Sachverhalt zu beschönigen und zu verdecken. *) Bei den deutschen Halachisten gilt seit dem 18. Jahrhundert allgemein der Kanon: Jede Feuersbrunst ist für jeden jüdischen Ansiedler der betreffenden Ortschaft eine augenscheinliche unmittelbare Gefahr für Leib und Leben. Die Begründung lautet in nahezu wörtlicher Uebereinstimmung überall: ״ שהרי נשרף בית אחד כעיר או בכפר יהרגו כמד. עובריים ושביםWenn ein Haus in Stadt und Land in Brand geräth, erschlagen sie alle des Weges ziehenden Juden“. So entscheiden: R. Isaak b. Mose in Wien, der c. 1250 blühte (Or. sarua II, fol. 9 a), sein Sohn R. Ohajjim Elieser (in s. Deraschot citirt v. Isserlein, RGA. 58) Mordechai b. Hillel, der in Nürnberg 1298 als Märtyrer fiel (Mord, zu Schabb. c. XVI, No. 898) Israel aus Krems (Hag. Ascheri zu Erubin c. IV, No. 6), und sein Zeitgenosse Jacob b. Ascher, die um 1340 blühten (Tur Orach Ohajjim No. 334 gegen Ende), Menachem von Merseburg (in s. Nimmukim) Aharon von Neustadt (citirt von Isserlein a. a. O.) und Isserlein selbst a. a. 0. und Pes 136. Ein Kanon, der selbst die eiserne Strenge des Sabbathgesetzes durchbrochen hat. Vgl. auch Güdemann, Gesch. d. Erziehungswesens der Juden in Deutschi. III, 53.153. 2) Noch bei der grossen Eeuersbrunst des Jahres 1342 (Rosicz in SS. ver. Siles. XII, 39. Klose, II, 1. S. 135) wurde den Juden nicht ein Haar gekrümmt. 3) Im Anhang III, Abth. D, I die unter NNo. 35 (?), 36, 61, 62, 88, 151, 152 (?) und 194 (?) aufgezählten Personen. 4) Saida Smogelissa oder Smogelynne (No. 151), deren Sohn Ysaak (No. 88), vielleicht auch Canaan (= חנן), wenn er mit Chanel (Z. VI, 374) identisch ist. ö) Der Fleischer Jacob (61), Jacob Zyber, zeber oder seber (62), vielleicht auch Salomon (152) und Zara (194). 6) Die in Anhang III, Abth. D. unter NNo. 1, 5, 8, 17, 26, 29, 32, 40a, 52-54, 56—60, 68a, 69, 72, 73, 75, 76, 80, 81, 82, 87, 90, 93, 96, 101, 101a. 102, 105, 107—112, 118, 120—122, 131, 132, 140, 142—146, 153, 159, 160, 166, 167, 185, 186, 189, 195 (zus. 60) Personen.

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