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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1897-01-01 · 1897 · page 7

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1897
Date
1897-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720977--06-2724599
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45 liess sich herbei, auf zehn Jahre den Steuersatz jedes Einzelnen festzusetzen und versprach, sie ausser dieser jährlich zu erlegenden Steuer von jeder weiteren Auflage frei zu lassen. Gleichzeitig erhielt der Rath das Recht, die Steuerkraft der im Laufe des nächsten Jahrzehnts etwa zuziehenden Juden, gemeinschaftlich mit den Aeltesten der Judenschaft abzuschätzen und während desselben Zeitraumes in königlichem Aufträge den Schutz über alle ortsanwesenden Juden auszuüben1). Damit war zunächst für die Zuzügler und in absehbarer Zeit für alle jüdischen Einwohner ein wesentliches Grundrecht, das sie durch die herzoglichen Privilegien besassen, die dauernde Heimathsberechtigung am Orte ihrer Ansiedlung, grundsätzlich beseitigt. Damit war ferner der dauernde Uebergang des Schutzrechtes vom Landesherm auf die städtische Obrigkeit und der gänzliche Verlust des landesherrlichen Schutzes zum Verderben der Judenschaft eingeleitet. In der That machten die Rathsherren schon wenige Monate später von der neuen Befugniss Gebrauch und nahmen einige reiche Juden aus Münsterberg, Neumarkt und Strehlen auf beschränkte Zeit in Breslau auf2). Und wie wurden ihnen die übrigen alten und neuen Zusagen gehalten? Die Thatsache, dass an eben demselben Tage, an welchem J) Die Oelsner unbekannt gebliebene Urkunde ist zuerst von Grünbagen (Z. VI, 375) mitgetheilt und von Korn (S. 152, No. 169) nochmals abgedruckt. König Johann bekennt darin unterm 16. October 1345, dass er mit ]den Breslauer Juden ein Abkommen getroffen habe, ״quod a dato presencium ad 10 annos continuos quilibet ipsorum censum deputatum juxta suam facultatem nobis annuatim solvere debeant״ .״Quo soluto“, heisst es weiter, ״ipsi Judei ... ab omni contribucione . . . exempti sint penitus et securi. Si vero aliqui alii Judei infra dicti temporis spacium ... ad Wratislaviam se receperint . . ., iidem secundum vestrum (seil, consulum Wratislaviensium) et Judeorum nostrorum Wratislaviensmm consilium deputatum teneantur solvere et cum aliis Judeis gaudere debent omnimoda libertate. Quo circa . . . vobis ... mandamus, quatenus ipsos Judeos nostros presentes protegere pro quorumlibet violenciis ... et alios se ad uos recipere volentes in proteccionem nostraml suscipere fideliter debeatis . . . promittimus . . . ea, que ipsis Judeis promiseritis, rata et grata infra dictum decennium teuere et in nullo^violare penitus nec sini per quempiam violari.“ 2) Urkunde vom 3. April 1342, mitgetheilt von Grünhagen a. a. O. 375 f. Aufgenommen wurden Muscho v. Strehlen (HI, D, No. 122), sein Sohn Daniel (das. 40 a) und sein Schwiegersohn Isaak (das. 87), die 1345 bis 1349 vierzig Mark u. zur Instandhaltung der Mauer 7 Mark weniger 4 Sk. zu zahlen hatten (O. 49), Abraham von Neumarkt (das. 8), der allem ebensoviel und Abraham von Münsterberg (das. 5), der 20 Mk. und zur Instandhaltung der Mauer 3 Mk. 10. Sk. zu entrichten hatte (O., 49). Hiernach ist auch die Darstellung bei Oelsner, S 22, zu modificiren.

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