Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1896
- Date
- 1896-01-01
- Page
- – (sequence 47)
- Language
- German
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m reichisehe Urkunde (Jir., S. 139; vgl Aronius S. 236), was Bloch (S. 7) übersehen hat — In § 22 ist im Sehweidnitzer Privilegium (Sommersberg, 93) die Partikel si zwischen ״item“ und rjudei“ zu streichen und sowohl Mer als im Giogauer Privilegium (S. 106) das sinnlose ״degerint“ nach dem polnischen Statut, welchem dieser Zusatz entstammt (vgl. Bloch, S 24), in ״elegerint“ zu emendiren. In beiden schlesischen Privilegien wäre übrigens der Zusatz ganz entbehrlich gewesen, weil § 30 ganz denselben Inhalt hat. Nicht so im polnischen, wo die Anordnung des § 22 überhaupt etwas nuancirt erscheint. — Zu § 25 hat das Sehweidnitzer Privilegium (Sommersberg, S. 93) folgenden sonst nirgends begegnenden Zusatz: ״non infleians debitum contra suas litteras audietur, sed condemnabitur ad solutionem ejus, quod invenitur expressum, nec nisi suo juramento poterit se purgare, quin ad solutionem debiti contenti in litteris teneatur“. Ich übersetze: ״Wer. weil er sich mit seinem eignen Brief nicht in Widerspruch setzen kann, die Schuld nicht läugnet, soll vernommen aber zur Zahlung der ausdrücklich genannten Summe verurtheilt werden, es sei denn, dass er sich durch einen Reinigungseid von der Verpflichtung, die im Schuldbrief angegebene Summe zu bezahlen, befreit“ und verstehe wie folgt: Einer durch Brief und Siegel des Schuldners erhärteten Zahlungspflicht kann der Schuldner nur dann sich entziehen, wenn er beschwört, dass z B. der Gläubiger befriedigt und mit der Herausgabe des Schuldbriefes im Rückstände geblieben sei, oder dass der Schuldbrief gefälscht sei, u. dgl. Musterhaft formulirt ist der Satz jedenfalls nicht. — Das im ersten Satz dess. § zum Verständniss unentbehrliche ״jure“ steht übrigens bereits in der böhmischen Vorlage (Jir. 139), was Bloch (S. 82) selbst citirt und nur S. 24 in der Anmerkung übersehen zu haben scheint. — In § 27 sind in der schlesischen (S) Fassung die böhmische (B) und die polnische (P) Vorlage in ganz eigenartiger Weise verquickt. Ich stelle zuvörderst die drei Versionen neben einander: B (Jir. 140). Item, si Judaeus receperit a Christiano pignus et per spatium unius anni tenuerit, si pignoris valor mutuatam pecuniam non excesserit: Judaeus pignus judici suo demonstrabit et postea habeat vendendi übertatem; si quod pignus apud Judaeum diem et annum remanserit, nulli postea super eo respondebit. P (Bloch 26). Item si Judeus receperit a Christiano pignus et per spacium integri anni tenuerit, si pignoris valor mutuatam pecuniam excesserit, Judeus judici suo pignus demonstrabit Si vero pignus bonum non fuerit, judici suo ostendetur, postea vendendi Judeus habeat libertatem, et si idem pignus antequam annus transierit suo judici demonstrabitur, et si aliquod pignus'apud Judeum per annum et diem remanserit, nullum verbum Judeus postea respondebit. S (Sommersberg93,107). Item si Judeus receperit a Christiano pignus, et per spacium anni tenu* erife, si pignoris valor mutuatam pecuniam non excesserit, Judeus judici suo pignus demonstrabit, si vero pignus bonum fuit, palatino nostro vel suo judici pignus ostendat et postea vendendi habeat postestatem, si idem pignus antequam annus transierit;suo judici non;(im Schweidn. Priv.fehlt das letzte Wort) demonstrabit, siquodpignus apud Judeum per diem et annum remansit, nulli super^hoc postea respondebit.