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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1896-01-01 · 1896 · page 45

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1896
Date
1896-01-01
Page
– (sequence 45)
Language
German
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IRI
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Anhang I. Schlesische Juden-Privilegien. Von Schlesischen Herzogen haben Heinrich IV (1,42) und Heinrich V (1, 33) von Breslau, Bolko I (I, 34) und Bolko II (IV, 9 von Schweidnitz und Heinrich Iil (H, 3) von Glogau den Juden Privilegien gegeben. Davon sind uns unmittelbar nur diejenigen Heinrichs von Glogau (vom Jahre 1299, gedruckt bei Sommersbeig, Silesiorum rei historicae et genealogicae accessiones, S. 105 ff.) und Bolko’s n (v. 6. December 1328, gedr. a. a. 0. 91 ff. und noch einmal bei Sternberg, Gesch d. Juden in Polen, Leipzig 1878, S. 157 ff.) und mittelbar dasjenige Bolko’s I (v. 7. August 1295 a. a. 0), welches den Grundbestandtheil der von Bolko IT, seinem Enkel, ausgestellten Urkunde bildet, erhalten. Was nun die Breslauer Schutzbriefe angeht, so ist es sehr wahrscheinlich, dass sie die wesentliche Grundlage der Glogauer gewesen sein werden. Denn da Bolko I am Eingang seiner Urkunde ausdrücklich sagt, dass er sich entschlossen habe, ״quaedam jura in privilegiis et litteris predictorum (nämlich der Breslauer Herzoge) renovanda, quaedam capita nostrae definitioni ad tempus aliquod reservanda, et quaedam alia de maturo consilio eoncedenda“, und da er im Verlauf derselben die Entscheidung über das päpstliche Verbot, die Juden des Genusses von Menschenblut zu beschuldigen, sich vorbehält, dieses Verbot aber in das Glogauer Privilegium aufgenommen ist, während andere von Bolko am Schluss hinzugefügte Bestimmungen sich in der Glogauer Urkunde nicht finden, so wird man, wenn man ausserdem die Thatsache in Anschlag bringt, dass die Glogauer sich vor 1299 und nachher mehrfach hei den Breslauern gerade über die Behandlung der Juden Raths erholt haben (vgl. für 1280 Grünhagen, Reg. 1635 undBerndt, Gesch. d. Juden in Gr.-Glogau, S. 2, für 13021) Grünhagen, Reg. 2721 und für 1315 das. 3529», wohl zu der Annahme berechtigt sein, dass die verlorene Breslauer Urkunde ziemlich den gleichen Wortlaut mit der Glogauer gehabt haben wird2). Bleibt nur noch die Frage: Alis welcher Quelle haben die Breslauer Herzoge ihre Rechtsordnung geschöpft? Wenn man nun einerseits die nahen persönlichen Beziehungen, in denen Heinrich IV zu König Ottokar 11 ג) An dem Umstande, dass beide Weistbümer am 3. Angnst ertheilt wurden, kann ich — vgl. Landsberger, MS XXXII, S. 552, Note — etwas auffallendes nicht finden. 2) Theilweise ähnlich combinirt übrigens bereits Landsberger in der MS. XXXII, 546,

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