Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1896
- Date
- 1896-01-01
- Page
- – (sequence 41)
- Language
- German
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37 10—121/2, und in der ersten Hälfte des vierzehnten im Durchschnitt 141/25 m der zweiten Hälfte sogar nur 873—-10 Procent. Die Kapitalszinsen dagegen schwankten damals zwischen 10 und 18718 vom Hundert. Ueber die Maassen hoch waren nur die sogenannten Verzugszinsen, wenn nämlich am Verfalltage nicht Zahlung geleistet wurde. Denn um den Schuldner zur pünktliehen Innehaltung des Fälligkeitstermins zu zwingen, erhielt der Gläubiger die Befugniss, ven dem säumigen Schuldner 50—54 76 Procent zu erheben. Wie gross die Umsätze der Juden gewesen sein mögen? können wir nur aus einzelnen Andeutungen1) und aus dem Umstande schliessen, dass Fürsten und Herren, welche weitausschauende Pläne hatten oder Luxus und Wohlleben liebten, wiederholt ganze Städte oder deren Einkünfte an Juden versetzt haben2). Auch scheinen die Juden, soweit die dürftigen und lückenhaften Notizen, die auf uns gekommen sind, erkennen lassen, hier in Schlesien im Durchschnitt nicht mehr als eine sorgenfreie Existenz durch den Geldhandel erlangt zu haben. Ausserordentliche Reichthümer waren auch bei ihnen eine Seltenheit3). Doch kamen sie vor. In Breslau z. B. lebten damals Eckehard und Jacob, denen der Rath in den Jahren 1324 bis 1330 hohe Summen, dem zuletzt Genannten allein im Jahre 1330 vierhundert Mark, d. h. nach unserem Gelde etwa 37000 Mk. 7 Die Stadt Breslau zahlte 1301 elf Mark weniger einem Vierdung, 1307 drei Mark, 1314 achtundsechzig Mark Zinsen an die Juden (Henr. Paup. S. 6. 7. 36. In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts hatte die Mark nach unserem Geld einen Werth von etwa 92 Rml) 1323 nahm sie hei einem Juden ein Darlehn von 150 und 1325 hei einem andern ein solches von 49 Mk. und 8 Scot auf, und 1331 zahlte der Rath den Juden 478 Mark (= rund 44000 Rmk.) auf alte Schulden ah (a. a. 0. 48. 50. 56, vgl. 55. 60. 61.). 2) So befanden sich Haynau 1320, Goldherg 1329 u. 1333 und in späterer Zeit Löwenberg 1341 u. 1348, Schweidnitz 1347, Troppau 1380 und Neurode 1388 zeitweise in jüdischem Pfandbesitz (S. Stenzel SS. I, 128. 143. Sammter, Chronik von Liegnitz I, 199. Wesemann, Urk. d. Stadt Löwenberg, No 13 und 15. Biermann, Troppau, S. 407. Stillfried- Rattonitz, Beitr. zur Gesch. des schles. Adels, S. 59. Worbs, Gesch. der Juden in Schles., in den Schles. Prov. BL, 1804, S 227. 3) In der Blüthezeit der Breslauer Gemeinde (1330—1360), als sie mehr als 170 wirthschaftlich selbstständige Mitglieder umfasste, zähle ich in meinem Yerzeichniss (Anh. III) neben sechszehn gänzlich zahlungsunfähigen armen Leuten (0., 57) im Ganzen elf hervorragend reiche Juden, (nämlich: Abraham von Münsterberg, Abraham von Neumarkt, Chanan, Cochancz von Neisse, Jacob von Braunau und seine Hinterbliebenen, Jacob, Jordan von Liegnitz, Isaak Danielisse filius, Isaak Smogelisse filius, Lawentin und Saida Smogelissa).