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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1896-01-01 · 1896 · page 38

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1896
Date
1896-01-01
Page
– (sequence 38)
Language
German
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IRI
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scheinlich, dass die Glaubensgenossen, die sie mit zu benutzen pflegten, auch zu ihrer Anlage und Erhaltung beigesteuert haben. Soviel wir wissen, gab es deren nur in Breslau, Glatz1), Glogau2), Görlitz3), Liegnitz4), Neisse5), Schweidnitz6), und Troppau7). Die ältesten Nachrichten besitzen wir über den Breslauer Begräbnissplatz. Er war, wie nahezu sicher fest־ zustehen scheint, bereits 1246 in Benutzung8) und lag am Ende der Ohlauerstrasse zur rechten Hand, etwa von der Mitte des heutigen Wasserlaufes des Stadtgrabens an bis zur Feldstrasse in der Länge, und bis zum Ende des Grundstücks, auf dem sich heute das physiologische Institut der Universität befindet, in der Agnes, d. d. 21. März 1370, heisst es ausdrücklich: ״Ouch geben wir in daz czu gnaden, daz alle Juden, yn allen unseren Steten, czu der Sweidnicz gehören sullen zu der ladunge na Jodischin Sitten, sie sullen ouch ir geschoz dar antworten, alz die vor getan haben, und doby zu bleiben, wenn si ire schule und ouch iren kirchhoff doselbinst zu der Sweidnicz von» unsire gnaden haben“. Es hatten also Städte wie Jauer, Striegau, Reichenbach, Nimptsch u. s. w. ihre Todten nach Schweidnitz zu bringen (Oelsner, S. 30. 75). *) Hier lag er vor dem böhmischen Thor. In der Urkunde, d. d. Glatz 2. November 1490, wird nämlich dem Schwarzen Isaak, Judenmeister Daniels Eidam von Prag, u. A. die Erlaubniss gegeben, den Friedhof vor dem Böhmischen Thor, den früher die Juden hatten, neu einzurichten, (Urk. und Reg., II, 444). Ueber die Prager Familie Schwarz, שחור, Cerny, vgl. die Nachweise bei Hock-Kaufmann, פראג p״p משפחות, S. 359. Hier also die bisher bekannt gewordene erste Erwähnung dieser Familie, der auch die Oelser Buchdrucker vom Jahre 1530 entstammten. 2) Wo er hier in den. ältesten Zeiten gelegen hat, haben die Localforscher bisher nicht eruiren können (Berndt, S. 14). Im Jahre 1622 befand er sich im Zehnthof bei der Zehnerscheune auf dem Wege von Glogau nach Beichau, da wo sich jetzt nördlich vom Wege ein zu Brostau gehöriges Stück Ackerland befindet, das an die Mattern’schen und Gottwald’schen Fabriken sich anschliesst (das. S. 20 f.). 3) Er lag vor dem Thore in der Kahle, vgl. Neumann, S. 141. 4) Er befand sich vor der Stadt ״am Swarczenwasser“ in der Nähe von ״Gut und Vorwerk Storkettil“ (Urkunde vom 29. April 1439 bei Schirrmacher, S. 401, No. 662, vgl. S. 102, Nr. 138 und Sammter, I, 249). 5) Erwähnt als ״Judengarten“ in einer Urkunde vom 4. Februar 1485 (St. A. Neisse, Kreuzherren, A. 110, No. 252). 6) Er lag unweit der jetzigen Striegauer Chaussee, vgl. Z. XXII, 332, vgl. die Urkunden des Königs Ladislaus, d. d. Prag 7. März 1454 und 23. November 1453 im Schweidnitzer Stadtarchiv. 7) Er befand sich vor dem Grätzerthor in der Nähe des kleinen Kirchleins zum hl. Leonhard (Biermann, Troppau, 497, vgl. 447). 8j Vgl. Anh. II: Hebr. Grabschriften in Schlesien, S. VII.

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