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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1896-01-01 · 1896 · page 35

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1896
Date
1896-01-01
Page
– (sequence 35)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720979--34-2724556
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des 14. Jahrhunderts, als die Gemeinde immer mehr angewachsen war, indem die eiserne Nothwendigkeit auch nach dieser Richtung hin die engherzige Strenge der Synodalbeschlüsse von 1267, die in jeder Stadt und jedem Dorfe den Juden nur eine einzige Synagoge gönnte, durchbrach, gleichzeitig deren drei in verschiedenen Theilen der Stadt, und es ist bezeichnend für die damals bereits vollends eingetretene gesellschaftliche Missachtung der Juden, dass die dritte derselben nur noch in einem entlegenen Winkel neben lichtscheuem Gesindel, Henkern, Abdeckern, Kupplern und dergleichen unehrlichen Leuten ihr Unterkommen finden konnte1). *) Die älteste befand sich auf der Ursulinerstrasse No. 6 im Eckhaus an der Schmiedebrücke. Sie hiess im Gegensatz zu den anderen Synagogen die ״alte Judenschule“. Zu den von Markgraf (die Strassen Breslaus nach ihrer Geschichte und ihren Namen) angeführten Belegen kann ich noch hinzufügen: 1352, Freitag nach Agnes wird ein Erbe erwähnt, ״daz do lit by der aldin iudenschule“ (G l, 1 Fol. 207b); 1356, Freitag nach Mar. Geburt ein Erbe, ״das do lit by der aldin Joden schule bei Hankin vogils erbe gilich obir“ (das. 321b); 1360, Freitag nach Jacobi, Franczke v. Glocz überträgt das ״erbe by der alden Joden schule beym Hankin vogils erbe“ einem andern (G. 1, 2, Eol. 97 b); 1363, Freitag nachEpiph. Nikel Kirchindyner überträgt ein Erbe key Hanken vogil vber by der alden Judenschule (das. 185a); 1368, Freitag nach Mar. Geburt wird die Gasse bei der alten Judenschule erwähnt (das. 426b). Dass das Haus gleich dem Friedhof 1345 confiscirt worden sei, wie Markgraf (a. a. 0.) meint, ist eine durch die bisher bekannt gewordene Urkunden nicht zu beweisende Annahme. Die Plünderung des Friedhofs lässt sich m. E. auch ohne die Annahme einer Confiscation des Grundstücks durch den König einfach erklären (s. weiter unten im Text). Erst 1349 nach der Judenaustreibung nahm es Karl IV. weg und gab es seinem Schreiber, dem nachmaligen Bischof Johannes von Leitomischel, der 1351. Freitag nach Invocavit, sein an der Ecke der Schmiedebrücke ehemals dem Juden Jordan gehöriges Haus dem Juden Ysaak und seinen Erben verkaufen lässt, nämlich ״hws unde hof mit allin czugehorunge als in Jordan eczwenne besessen hat, czu ey erbe vnd czu tun vnd czu lossin, also daz der selbe Ysaak vnd syne geeerbn sy wonen hi czu Bresslow adir andirswo, wo das were, das vorbeschreben hws vnd hof .... haben sulln vngehindert .... (G. 1, 1 Fol. No. 260b) Ohne Zweifel hat Isaak es erworben, um, nachdem die Gemeinde nach den Schrecken von 1349 sich neu constituirt hatte, den geordneten Gottesdienst an der alten Stätte wieder einzurichten. Dass nach dem Verkauf an Isaak die Judenschule nicht wieder hineingekommen sei, wie Markgraf meint, ist durch nichts bewiesen. Die zweite Synagoge befand sich im Hirsewinkel (jetzige Röhrgasse) und wird zuerst 1349, Montag vor Estomihi — die Verfolgung fand 1349 Donnerstag vor Pfingsten statt — als ״nwe juden scule* erwähnt (s. meine Gesch. d. Landr. in Schles., S. 23, N. 4. Meine damalige Annahme, dass es sich hier um die gleichnamige Stadtgegend auf dem Elbing unter der Jurisdiction der Kreuzherm mit dem

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