Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1896
- Date
- 1896-01-01
- Page
- – (sequence 34)
- Language
- German
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30 Bürgerrecht erwerben konnte, der entschlossen war, ein treuer Jude zu sein und sich für die täglich neu werdende Schmach und den nothgedrungenen Verzicht auf alle Menschenrechte entschädigen zu lassen durch die Aussicht auf eine Fülle der Freuden in der ewigen Seeligkeit und in den Zeiten des Messias. Den Mittelpunkt dieses Reiches bildete das Gotteshaus, wahrscheinlich auch hier, wie überall, zugleich die Schule, in welcher die Jugend der. Gemeinde in der Sprache der Väter beten und nach der Weise der Väter auf Gott vertrauen lernte. Ohne Zweifel gab es in jeder Gemeinde eine solche Stätte zu gemeinsamem Gebet und religiösem Unterricht, wenn wir directe Nachrichten darüber auch nur aus Breslau, Brieg1), Frankenstein2), Glatz3), Glog־au4), Görlitz5), Jauer6), Lähn7), Löw^enberg8), Oels9), Oppeln10), Ratibor11), Schweidnitz12), wStrehlen13) und Striegau14) besitzen. In Breslau gab es sogar um die Mitte 13 Cod. dipl. Sil. IX. 1224 (S. 173). In einer Aufzeichnung vom 19 August 1507 kommt die Judenschule auf der Mollwitzergasse vor. 2) Sommersberg, a. a. 0. 3) Urkunden und Reg. I, 239. In einer Notiz vom 27. Mai 1884 wird die Judenschule auf der Sweidlersgasse erwähnt 4) Minsberg, I, 332; Schickfuss, IV, 199. Ueher die Judenschule in späterer Zeit, vgl. Berndt (Geschichte der Juden in Gr.-Glogau, S. 34). Danach lag sie damals auf den Grundstücken Nr. 1 und 2, der heutigen Bailstr. 5) Neumann, S. 141 in einer Nachricht aus dem Jahre 1338. 6) Sie wurde in eine Kirche des heil. Adalbert verwandelt, vergl. Fischer, Gesch. von Jauer, I, S. 222 f. 7) Knoblich, Chronik von Lähn, S. 51 8) Bergemann, S. 598. 601 9) Bergemann, S. 603, Zimmermann, Beitr. zur Beschreibung von Schlesien, IV, 235. Sie wurde nach der Verweisung der Juden in ein Zeughaus verwandelt. Bei Lucae, S. 654, 2206 und Olsnographia, II, 251, 316 ist von einem Thurmknopf der Synagoge die Rede, der durch den grossen Sturm vom Jahre 1535 hinuntergeworfen worden sei. 10) Jdzikowski, S. 122. u) Weitzel, Ratibor, 2. Aufl., S. 773 Hier stand die Synagoge auf der Wollenwehergasse. 12) Sie befand sich auf der Kupferschmiedestrasse. Am 7. März 1454 erlaubte König Ladislaus, sie in eine Corpus Christi-Kirche zu verwandeln. Als diese im 18. Jahrhundert in Verfall gerieth, benutzte sie die preussische Regierung als Zeughaus, vgl. Schmidt, I, 159 ff. Z. XXII, 332. 13) Gör lieh, S. 120. 14) Die Synagoge wurde 1454 in die St. Barbara-Kirehe verwandelt. Bergemann, Löwenberg, S. 603. Schade, Geschichte der Johanniterkirche in Striegau, S. 84.