Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1896
- Date
- 1896-01-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
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- Wrocław 3× ep/1002369
- Brzeg 1× ep/1044274
- Głogów 1× ep/1047915
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17 erwuchsen z. B. aus den drei Herzogthümern Breslau, Liegnitz und Glogau, die um die Mitte des dreizehnten Jahrhunderts (1252) bestanden im Laufe der nächsten Jahrzehnte, indem sich von Breslau das Fürstenthum Brieg, von Liegnitz die Herrschaften Schweidnitz, Münsterberg und Jauer und von Glogau die Landschaften Oels, Sagan und Steinau absplitterten, zehn Fürstenthümer oder Herzogthümer, die mit ihren winzigen Gebieten als selbständige souveräne Staatengebilde neben einander existirten״ Dass diese sogenannten Staaten ein elendes Dasein fristeten, und dass die Macht ihrer Beherrscher immer schattenhafter wurde, liegt in der Natur der Sache. Wie also sollte den Juden von dieser Seite her Heil und Rettung erblühen können? So war ihr Schicksal im Grunde jetzt bereits besiegelt und seine Erfüllung nur mehr eine Frage der Zeit. In der That erfahren wir bis zum Beginn der luxemburgischen Herrschaft kaum ein Wort davon, dass je ein selbständiger schlesischer Herzog thatkräftig und entschlossen den fortwährenden Eingriffen der kirchlichen und städtischen Obrigkeiten in die Rechte der Juden entgegen getreten wäre. Freilich liess Bischof Thomas II. von Breslau im Jahre 1286 gelegentlich einmal die überraschende Aeusserung fallen1) dass ״die Lage der Juden unter dem Scepter Heinrich’s IV. besser sei, als die der Geistlichen, dass die Juden in seinem Lande frank und frei leben und ihren Geschäften nachgehen könnten, während die Geistlichkeit in beständiger Todesangst schwebe und kaum einen ruhigen Gedanken zu fassen wage“. Allein das Erstaunen schwindet, sobald man bebemerkt, dass der schwer gereizte Bischof in der ״ungebändigten und rücksichtslosen Heftigkeit seines Temperaments“2) doch nur von den schweren Leiden der ihm, dem Bischof, gehorsamen Geistlichen redet, welche, als der Kirchenstreit mit dem Herzog am heftigsten tobte, Bann und Interdikt über den Herzog und sein Land öffentlich zu verkündigen wagten. Die Lage der Juden im Allgemeinen musterhaft und beneidenswerth zu finden ist dem Bischof wahrscheinlich nicht in den Sinn gekommen. Denn in Wahrheit kann von einem ausserordentlichen Wohlwollen Heinrich’s IV., gegen seine jüdischen Unterthanen nicht wohl die Rede sein. Wie hätten sonst die Breslauer Schöppen *) Stenzei, Urkunden zur Gesch. d. Bisth. Breslau Nr. 193. S. 195: ״deterior est conditio clerieorum obedientiam observantium in terra prefati ducis quam eciam judeorum“ cet. 2) Grünhagen Gesch. I 102. —