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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1896-01-01 · 1896 · page 10

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1896
Date
1896-01-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720979--09-2724531
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6 damals denjenigen Teil von Breslau bildete, der sich jetzt etwa von der Oderstrasse bis zum Königsplatze hinzieht. In ihren Tagen ging die polnische Herrschaft über Schlesien zu Ende. Mit dem Regierungsantritt Heinrichs I., (1,11) des Bärtig*en (1202—1238), des ersten selbstständigen schlesischen Herzogs, des Gemahls der hl. Hedwig, bereitete sich im Geschick der schlesischen Juden allmählich eine bemerkenswerte Wendung vor. 2. Kapitel. Die Wendung (1202—1335). Die Staatsgewalt liess den Rechtszustand der Juden, deren es wahrscheinlich zu Beginn des Zeitraums noch immer nur sehr wenige im Lande gab, zuvörderst unberührt; die einzige Instanz, die damals und von Anfang an mit kühlem und grundsätzlichem Unbehagen und Misstrauen dem arglosen bürgerlichen und gesellschaftlichen Einvernehmen der Juden und Christen gegenüberstand, war die Kirche. Sie arbeitete hier wie überall mit bewundernswerter Ausdauer und Umsicht an der grossen Aufgabe, die aus den Heiden neu gewonnenen Gläubigen ganz und gar mit kirchlichem Geiste zu erfüllen. Die strenge Absonderung der Bekehrten von den Nichtchristen erschien ihr als ein zu diesem Zwecke unentbehrliches Erziehungsmittel. Diese Unheilvolle Nothwendigkeit; die begreiflich wird von der Grundanschauung aus, dass ausserhalb der Kirche diesseitiges und jenseitiges Heil nicht zu erhoffen sei, ward in ihren unseligen Folgen der erste Anstoss zu dem Elend, das später über friedliche, wehrlose und glaubenstreue Menschen unaufhaltsam hereinbrach. Im Einzelnen nahm die Entwickelung* auch hier mit geringen Unterschieden den anderweitig ebenso beobachteten Verlauf. Den ersten Anlass zur Entfremdung scheint eine verspätete Kreuzzügsstimmung geg*eben zu haben. Am 25. August 1219 fand mit grossem Gepränge die Einweihung der Klosterkirche zu Trebnitz punkt nicht vorhanden. Es wird da stets nur von ״Tocholnici, quod habuerunt Jozeph et Chazkel Judei inter civitatem Vratislaviae et Stapin“ oder von ״villa falconariorum, quam Jozef et Chazkel Judaei habuerunt“, also klar und deutlich von wirklichem Grundbesitz geredet.

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