Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1896
- Date
- 1896-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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3 Schon in der Mitte des zehnten Jahrhunderts findet sich das erste slavische Fremdwort (Nemec)1) in der jüdischen Litteratur, beiläufig dasselbe Wort, das als Grundlage eines geographischen Namens (Nimptsch) einige Jahrzehnte später (990) hier in Schlesien den ersten festen Punkt bildet, ״der aus den wogenden Nebeln der Vorzeit uns deutlich erkennbar vor Augen tritt2)*. Und bereits im zwölften Jahrhundert zogen nicht selten wissbegierige jüdische Jünglinge aus Böhmen und Russland zu den Talmudmeistern, die am Rhein und in Frankreich lebten, und gewannen nachmals in weiteren Kreisen Ansehn und Einfluss3), *) Der Ueberbringer des Briefes, den Chisdai ben Jsaak Jbn Schaprut an den Chazarenkönig Josef gesandt hat, hiess Jacob ben Eiieser aus dem Lande נמץ, Vgl. Harkavy, die Juden und die slavischen Sprachen, S. 42 f. 2) Grünhagen, Gesch. Schlesiens, I, S. 5. 3) Im Jahre 1124 schrieb Saumel aus Russia (תשיא) einen Pentateuch- Commentar halachischen, haggadischen und hin und wieder auch grammatischen Inhalts (cod. Oxf. 213). E wa eine Generation später lebten Jsaak b. Mordechai aus Böhmen (ראבי״ה, ed. Dembitzer, S. 67a, MS. XXYII [1878] S. 80), ein Schüler R. Jsaak’s b. Ascher ha־Levi, und Mose aus Kiew, vermutlich ein Schüler Rabbenu Tam’s (RGA d. R. Meir v. Rothenburg, ed. Lemberg, § 443 und ed. Bloch § 494, S. 64, u. ם' הישר Nr. 522. Vgl. Ahr. Epstein in der MS. XXXIX, 551 und XL, 90). Ueber literarische Be- Ziehungen zwischen böhmischen und französischen Juden vgl. Berliner, פליטת סופרים, S 20. Um 1200 blühte Eiieser b. Jehuda aus Böhmen, Correspondent des R. Jehuda b. Samuel ha־Chassid, vgl. Dembitzer, ראבי״ה. No. 164, Anm. 18 (auch כלילת יופי I, lb), Or sarua I fol. 20a RGiV. des R. Meir v. Rothenburg, ed. Rabbinowicz, No. 113. Sein Zeitgenosse war R. Abraham b. Asriel, vgl. Kaufmann in der MS. XXXI, S. 318, dem wir Halachisches, Grammatisches (das. 324) und einen Commentar zu den Pijjutim (vgl. Ziemlich, das Machsor, Nürnberg, S. 55 f.) verdanken. Vgl# ferner Güdemann, Gesch. des Erziehungswesens in Frankreich u. Deutschi., II. 115. Revue des Etudes Juives V, 310. XVIII, 313. Die slavischen Sprachen nannte man לשון כנען (vgl. Harkavy a. a. O. S. 18 ff ) und die Juden, die sie handhabten, יבני חת wie aus dem, soviel ich weiss, noch nicht veröffentlichten Epigraph des in Prag 1533/4 (uncensirt) gedruckten Machsors für das Neujahrs-, Versöhnungs- und Hüttenfest hervorgeht. Es steht am Ende des neunzehnten Bogens und lautet wie folgt: בעזרת שובן מעונים/ עמדו וקמו בני הכהנים, ורפסו(!) המחזור בשבח וברננים, וכלים מכלים שונים, ושמו עליהם לכם ועיניהם באמונים, שלא יצא מתחת ידם דבר שאינו מתוקנים(!), ומנהגם כמנהג בני חת במו פולן ובהמונים. בדי להיות ביד בל איש ואשד, מכוונים, עם סימנים וציונים, ואליהם המחוקקים בשמותם ראש הסגנים, כמ״ר נרשם הכהן מכני הקצינים, ובנו שלמה אשר עליהם שבח רוננים, ישמרם לנצח אדון האדונים, שנת ה" אלפים ורציד לבריאת עליונים ותחתונים, וביום ו• די לחדש ניסן האיתנים נשלם ונחתם כאשר אנחנו מונים, פה פראג המעמידה שני עם עדנים, בעזרת השם יתברך ויתעלה רב המונים. Hiernach ist Zunz, zur Gesch S. 272, No. 12 zu berichtigen: ״Freitag, 4 Nissan (20.März)״ und damit erledigt sich die Bemerkung L. Cohen’s in meinem Jahrbuch für