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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1896-01-01 · 1896 · page 6

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1896
Date
1896-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720979--05-2724527
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2 and woher sie gekommen sind, darüber fehlen uns glaubwürdige Berichte1). Soviel steht allerdings fest, dass um jene Zeit anderweitig bereits zahlreiche Juden unter den Slaven wohnten. 1j Was von nicht zuverlässigen oder nicht glaubhaften Nachrichten über die Anwesenheit von Juden in der oder jener schlesischen Ortschaft während des 11. bis 18. Jahrhunderts überliefert ist, stelle ich hier in Kürze zusammen: Nach Aufzeichnungen der Franziskaner zu Ratibor soll die Kirche zu Altendorf (1/4 Meile im NNW von Ratibor), wie auf einer alten Mauer derselben zu lesen gewesen sei, im Jahre 1060 als Synagoge erbaut worden sein (Z. [= Zeitschrift d. Vereins für Gesch. u. Alterth Schlesiens] IV, 134 Welzel, Gesch. d. Stadt, Herrsch, u. Festung Cosel, S. 470 If. Die Nachricht fehlt bei Grünhagen, Reg. z. Schles. Gesch.) Nach Neuling, Schlesiens ältere Kirchen (Breslau 1884), S. 1 gehört die Kirche dem ausgehenden 18. Jahrhundert an und wird erst im Jahre 1805 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. — Unwahr ist ferner die Nachrieht, dass die Juden 1163 aus Le ob schütz vertrieben worden seien (Zunz, Syn. Poesie, S. 24, Stobbe, Die Juden in Deutschland während des Mittelalters, S. 280. Grünhagen, Z. VIII, 705).. Wenn Aronius (Reg. zur Gesch. d. Juden im fränkischen und deutschen Reich, No. 290) gegen Grünhagen a. a. O. darauf hinweist, dass Leobschütz bereits 1107 als Stadt genannt werde, so ist, wie mir Herr Dr. Wuttke mittheilt, hierzu zu bemerken, dass (nach Kleiber, Gesch. v. Leobschütz, S. 14) im Jahre 1131 Leobschütz noch ausdrücklich als Dorf bezeichnet wird. Die Nachricht, die übrigens bei Griinhagen, Reg., übergangen ist, stammt vielleicht aus der von Grünhagen, Reg. I2, S. 150 citirten und characterisirten Quelle. — Das Gleiche gilt von der Judenverfolgung, die in demselben Jahre jn Glatz wegen Brunnenvergiftung stattgefunden haben soll (0. Wolff, Gesch. d. Juden in Schlesien, Schl. Prov. Bl. 116, S. 203 nach einer handschriftl. Chronik: ״Denkwürdigkeiten der Grafschaft Glatz“ v. J. G. Kahlo, Berlin u. Leipzig, 1757, S. 115, Note 135). Darnach sollen 27 Juden ins Gefängniss geworfen worden sein und sich durch Bestechung befreit haben. Sie hätten den Verdacht auf 23 Zauberer gelenkt und diese seien nun bingerichtet worden. (Die Nachricht fehlt bei Grünhagen, Reg., Volkmar u. Hohaus, Urkunden und Regesten zur Gesch. d. Grafschaft Glatz und bei Aronius.) Ebenso unbeglaubigt erscheinen die Nachrichten, dass bereits 1170 beim Schloss in Liegnitz (Fischer u. Stuckardt, Zeitgesch. der Städte Schlesiens) und 1209 in Löwenberg (Bergemann, hist, topogr. Beschreibung von Löwenberg. S. 597) Juden gewohnt haben, sowie, dass im Jahre 1285 der Bergoberst in Löwenberg mehrere Juden habe hängen lassen, weil sie Bergleute zum Diebstahl von Erz verleitet hätten (Bergemann a. a, 0., vgl. Griinhagen Reg. III, 58 und über Bergemann’s Glaubwürdigkeit das. II, S. 107. Ueber die Nachricht aus Bunzlau vom Jahre 1190 vgl. S. 5, Anm. 1. Nach Form und Inhalt unhaltbar ist endlich die Nachricht, die G. Wolf (Zeitschr. f. Gesch. d. Juden in Deutschland IV, 182) ohne Quellenangabe mittheilt, dass Wladislaw II, der Ethnarch Schlesiens, den Juden Privilegien ertheilt habe, die von dessen Plessnischen Nachfolgern bestätigt worden seien.

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