Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1895
- Date
- 1895-01-01
- Page
- – (sequence 47)
- Language
- German
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Das jüdisch-theologische Seminar begeht am 27. Januar zum einundvierzigsten Male die Gedächtnisfeier für seinen Stifter? den verewigten Commerzienrath Jonas Fr an ekel. Bei dieser Gelegenheit sollen die Candidaten Dr. Israel Finkeischerer, Salomon Posner und Dr. Siegfried Silberstein, nachdem sie die theologisch-wissenschaftliche und die talmudisch-rabbinische Prüfung vorschriftsgemäss bestanden haben, als Rabbiner entlassen werden. Im vorigen Jahre wurde am Sonnabend, den 27. Januar, der Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers in Verbindung mit dem Sabbatgottesdienste in der Synagoge gefeiert. Am Tage darauf, Sonntag den 28. Januar, wurde die übliche Gedenkfeier für den Stifter des Seminars beg־ang*en. Flerr Dr. Brann hielt die Gedächtnissrede. Hieran schloss sich die feierliche Entlassung der geprüften Candidaten Dr. L. Dobschütz und Dr. Samuel Freund, unter Ueberreichung der Rabbinatsdiplome, durch den Unterzeichneten. Hierauf sprach Dr. Freund Abschiedsworte an die Lehrer und die Studiengenossen. Zur Bewerbung um den Joseph Lehmann'sehen Preis ist für das verg*angene Jahr nochmals als Aufgabe das Thema gestellt worden: ״Verlauf des Kosakenkrieges unter Chmielnicki während der Jahre 1648 und 1649 mit besonderer Berücksichtigung־ der jüdischen Quellen“. Eine Arbeit ist eingeg'angen. Das Ergebniss der Bewerbung soll am 27. Januar d. J. öffentlich verkündet werden. Das Seminar zählt gegenwärtig 38 Hörer, wovon fünf, ohne noch für die Rabbinatsprüfung designirt zu sein, bereits eine feste Anstellung erhalten haben. Neu eingetreten waren im April v. J.: Moritz David aus Gimbsheim bei Worms (Hessen- Darmstadt), Max Dienemann aus Krotoschin, Julius Grünthal aus Posen, Siegfried Grzymisch aus Pieschen, Louis Boroschek aus Jarotschin (seit October aus Gesundheitsrücksichten wieder ausgeschieden); im October: Johann Krengel aus Wien, Jakob Neumann aus Pr.־Friedland, Julius Winter aus Mägdebürg*. Das Vertrauen der Gemeinden zu der Wirksamkeit des Seminars fand erneuten Ausdruck in der Berufung seiner ehemalig־en oder noch zu entlassenden Jünger. Es wurden berufen: Dr. Moses Goldberg, früher in Horic, zum Rabbiner in Polna