Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1895
- Date
- 1895-01-01
- Page
- – (sequence 46)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2720904-2720981--45-2724507- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
II ihm zollten, kam erst jüngst in den Kundgebungen der Freude anlässlich seines siebzigsten Geburtstages (am 27. Mai 1893) zum Ausdruck und erneuerte sich jetzt in ergreifender Weise in der Aeusserung des Schmerzes über sein Hinscheiden. Wir sprechen hiermit für alle Beileidsbezeugungen, die dem Seminar von Körperschaften und Privatpersonen zu Theil geworden sind, unsern herzlichsten Dank aus, namentlich dem Curatorium der israelitisch-theologischen Lehranstalt in Wien, die den Rector der g*enannten Anstalt, Herrn Prof. Dr. Schwarz zur Theilnahme an der Bestattung hierher entsandt hat, und Herrn Rector Dr. Schwarz selbst, der ausserdem persönlich das Bedürfniss empfand, dem hochgeschätzten Lehrer das letzte Geleit zu geben, und an seiner Bahre ergreifende Worte sprach. Als eine ganz besondere Pflicht erachten wir es, Herrn Prof. Dr. Kaufmann in Budapest hiermit auch öffentlich unsern wärmsten Dank auszusprechen für die zartsinnig־e und rührende Art, in der er seinem Schmerze über den Verlust des heimgegangenen Meisters und Freundes Ausdruck und Milderung gab, indem er an unserer Anstalt eine Dr. David-Rosin-Stiftung errichtet und derselben zu diesem Zweck die Summe von viertausend Kronen ö. W. überwiesen hat. Nach dem Hinscheiden des Dr. Ros in übernahm laut § 8 des Regulativs für die Befugnisse des Lehrercollegiums der Unterzeichnete den Vorsitz. Um nach dem Heimgang des Dr. Rosin die Vorlesungen über die von ihm vertretenen Disciplinen nicht zu unterbrechen, wurde beschlossen, dass Herr Dr. Brann vorläufig für hebr. Grammatik, Exegese und Erziehungslehre die Vertretung übernehme. Dafür wurden die von demselben bisher in der zweiten Abtheilung gehaltenen talmudischen Vorlesungen, insoweit es sich um die jüngeren Studirenden handelt, dem Rabbinatscandidaten Herrn Dr. Israel Finkeischerer übertragen, während die älteren Hörer an den Talmud-Vorlesungen des Unterzeichneten in der ersten Abtheilung Theil nehmen. Die Vorlesungen über Religionsphilosophie übernimmt vertretungsweise der Rabbiner der Synagogen-Gemeinde, Herr Dr. Jacob Guttmann. Die Leitung der homiletischen Uebungen hat einstweilen der Unterzeichnete übernommen. Es erscheint nunmehr bis auf wenige Aenderungen der folgende Bericht, den noch Dr. Rosin seligen Andenkens selbst abgefasst hat: