Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1894
- Date
- 1894-01-01
- Page
- – (sequence 40)
- Language
- German
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m Abraham Ibn Esra. Deutung des biblischen Bucbes der Liebe, des Hohenliedes, im Talmud und Midrasch, der auch Abraham IE einen besonderen Theil seines Commentars zum HL gewidmet hat, wonach der darin eingeführte liebende Freund Gott, die gepriesene und zartliehe Braut aber das glaubenstreue Israel bedeutet, eröffnete den Meistern der hebräischen Poesie in Spanien, zu denen Abraham Ibn Esra in hervorragender Weise gehörte, die Möglichkeit, Liebeslieder nach den ihnen geläufigen und von ihnen nachgeahmten arabischen Mustern (vgl. Bd. I S. 109 ff.) auch zwischen Gott und Israel mit ausgiebigster Benutzung des Hohenliedes und ähnlicher Stellen der heiligen Schrift zu dichten, um dieselben an derjenigen Stelle des Morgengebetes einzuschalten, wo Gott wegen seiner ewigen und grossen Liebe (אהבה רבה; im spanischen Ritus אהבת עולם) gepriesen wird. Galt es doch in der Blüthezeit der hebräischen Poesie in Spanien als eine Ehrensache und als ein frommes Werk, durch hebräische Dichtungen, die an Schönheit mit den arabischen wetteiferten, die heilige Sprache in allen Stücken als der herrschenden arabischen Landessprache ebenbürtig zu erweisen. Um so verdienstlicher erschien es, den ganzen Schmuck der weitliehen Poesie auch dem Gottesdienste zugute kommen zu lassen und die beliebten erotischen Sangesweisen und Wendungen auf das Yerhältniss zwischen Gott und Israel ohne Weiteres zu übertragen. Je glühender diese himmlische Liebe dargestellt wurde, desto wärmern Anklang fanden diese Gedichte in den Gemüthern der Gemeinde, desto mehr schienen sie dem gottesdienstlichen Bedürfnisse zu entsprechen. Später freilich, als die weltliche hebräische Poesie durch Einzelne ihrer Würde entkleidet wurde und durch zu weit gehende Spielereien und eine schamlose Obscönität in Misskredit gerathen war, nahm man auch an deren Anklängen in der gottesdienstlichen Poesie Anstoss und unterzog, wie an dem Beispiele des Stückes אילת על דוד ענבה später gezeigt werden soll, die gar zu sinnlich klingenden Stellen einer mildernden Abänderung. Sehr klar zeigt sich dieser später eingetretene Umschlag der Stimmung und Auffassung in den Worten Lonsano’s in 142 שתי ידות, angeführt schon bei Dukes, Religiöse Poesie S. 157, A. 1. 21. Das Licht der Zukunft (ungedruckt) aus cod. Adler B (B), ein Muwaschach, bestehend aus einem vierzeiligen Eingänge und drei zehnzeiligen Strophen, mit abwechselnd sieben und.sechs Silben der Zeilen und dem Reime ABCB des Eingangs und 3 ab ABCB der Strophen. — Akrostich אבדם. Ich spreche Tag für Tag, zeigt auch mein Blick 3רא1תי ÜV DV PHI0X : T : Der Hoffnung Ziel entrückt, ach, gar so weit: תוחלתי־ תמשןי Auf Gott vertraue Seele voll Verlangen, Da Finstemiss zum End’ er führt zur Zeit! לימי הוחיל־ נפער1 2' פי ר!ץ שים לחשןי1 1. Mich widert an des Schicksals bittre Quelle. Das sühne meine Schuld. Klar und helle Sprach so doch jedes Sehers Mund. — Er stellte hin den Feind an meine Stelle; Da dacht’ ich still, nicht ohne Grund, Des Vaters Hand, sie schlug mich wund. 5 בחלה נפשי ממני :דאבינגעה־בי3 העמיד אויב על־ כני ואחשב כלבבי כי־בפר זאת לשני «1 כז אמר כל־נביא * T T -Ti- T T ־ T 1) Nach Ps. 42, 6. 12; 43, 5. — 2) Ijob 28, 3. — 3) Ijob 19, 21.