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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1894-01-01 · 1894 · page 28

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1894
Date
1894-01-01
Page
– (sequence 28)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720983--27-2724421
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22 Abraham Ibn Esra. 4. Warum erstrebt ihr Tand und folgt der Lehren Fahnen, Die ohne Frommen sind, die nicht entfernt ahnen, Substanz und Zustand sei das ״Ding“ auf allen Bahnen? — Nehmt auf den Ursprung eurer Seele wohl Bedacht!4 מה־תבהןשו הבל הולכי אחרי1 חכמות2 אין מועיל בהם ובועךי איך נמצא גרם3 ועליו מר!ךה בינו מה־נפשכם בראשונה Nachbemerkung. Nachdem Einzelnes in den Anmerkungen näher erläutert worden ist, scheint nun noch eine zusammenfassende Erklärung des Inhalts zweckmässig zu sein. Der Dichter bezeichnet als den angemessensten Anfang der nächtlichen Bussandacht eine erbauliche, den gläubigen Standpunkt feststellende Betrachtung (Eingang Y. 1—3). Es ist eine religionsphilosophische Betrachtung, die er anstellt. Zuerst spricht er von der Seele des Menschen. Materie (er sagt: Substanz), Begriff, Ursache und Zweck, die vier aristotelischen Gesichtspunkte metaphysischer Forschung, seien an der menschlichen Seele richtig zu erwägen; man gelange dann zu dem Ergebnisse, dass die Denktliätig’keit des Geistes die wichtigste Aufgabe des Menschen bilde, um derentwillen ihm das Leben gewährt worden sei (Strophe 1). Darauf wendet sich die Betrachtung der Welt zu mit ihren wechselnden Erscheinungen (מקרים) an ihrem stets sich erhaltenden Substrat (עצם); sie weise mit Nothwendigkeit auf eine Schöpfung hin (Strophe 2). Dann auf Gott gerichtet, zeige die Ueberlegung, dass ein Gott vorhanden sein müsse und dass er Urheber der übrigens in jedem Augenblicke noch immer von ihm geschaffenen Welt sei (Strophe 3). Die den Gesetzen des Denkens und der Beiigion widerstreitenden Läugner rühmen sich thörichter Weise einer nichtigen Weisheit, während sie nicht einmal das Daseiende (נמצא) richtig als Substanz (עצם גרם) und Accidens (מקרה) zu erkennen im Stande sind; sie könnten sonst nicht ihre Seele für einen vorübergehenden Zustand ihres Körpers ansehen, würden sie vielmehr als ein geistiges, ursprünglich den Engeln verwandtes Wesen begreifen (Strophe 4). — Der religionsphilosophische Inhalt hat hatten (vgl. Maim. M01*. 117 und Gersonides, Mlcham.VI 1, 17 S. SG7 ed. Jellinek). Auch Ibn Esra selbst lässt, obgleich er die Materie Substanz nennt, dennoch das wirkliche Ding erst nach dem Hinzutreten der Form entstehen in Zach. 20b ed. Lippmann, wo es heisst: עצם הדבר שהוא העיקר הוא העצם הבבון לקבל צורה אז יהיה נמצא ... — Zeitl OS aber nennt IE hier die schaffende Thätigkeit Gottes insofern, als zufolge der neuplatonisehen Emanationslehre das Dasein der Welt unter Vermittelung geistiger Intelligenzen fortwährend von Gott ausströmt, und so ein unaufhörliches Schaffen Gottes von jeher stattfindet; zu dieser Auffassung verhielt sich IE in seinen früheren Schriften (z. B. im kürz. Comm. zu 2 Mos. 20, 1 S. 47 Z. 19 ed. Prag) ablehnend, äussert sich aber zustimmend im gangb. Comm. zu 2 Mos. 3, 2 und sonst. 1)וחסמה(2 — .(/בקרי D. — 3) גרים D. — 4) Die Seele des Menschen ist nach IE (zu K011. 12, 7) ein selbständiges Wesen (Substanz), nicht, wie Manche gelehrt hätten, nur ein Zustand oder eine Eigenschaft (Accidens), die getrennt vom Körper doch nicht fortbestehen könnte. Gegen diese von IE verworfene Annähme hatte bereits S a a d i a (Emun. VT, 1 S. 63 b Z. 15 ff ed. Berlin) den Einwand geltend gemacht, dass, wenn die Seele ein Accidens wäre, sie doch nicht wiederum selbst Trägerin von Accidenzen sein könnte, während es thatsächlich wissende und unwissende, lautere und verderbte Seelen gäbe, und die Seele der Liebe und dem Hasse, dem Wohlwollen und den! Zorne zugänglich sei; nur eine Substanz könnte Trägerin von Accidenzen sein. Also sei die Seele nothwendig eine Substanz. Auf dieses Argument will hier die letzte Strophe offenbar hindeuten. Vgl. Excurs im gangb. Comm. zu 2 Mos. 26, 1: על (Substanz) כל יש שכי דרכים ... ויש יש שאינו גוף! והם מלאכי השם הקדושים! גם כשמת האדם ... ויש דבר סמוך על יש והיא הצורה ... כצורת הקדושים והחכמה משמה. Die letzten vier Worte bedeuten: wie die Form an den Engeln und das Wissen [als Accidens] in der Seele.

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