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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1894-01-01 · 1894 · page 26

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1894
Date
1894-01-01
Page
– (sequence 26)
Language
German
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IRI
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20 Abraham Ibn Esra. Nachbemerkung über Inhalt und Gedaakengang. Die menschliche Seele ist ein Theil von Gottes Geist. Die Einheit mit Gott gewährt Freude, Trost und Sicherheit dem Einzelnen wie der Gesammtheit seiner Bekenner. Das Bewusstsein, ein Theil von Gott in sich zu tragen, muss den Menschen begeistern und entzücken (V. 1—12). Daraus erklärt sich auch die Allwissenheit des Einen Gottes hinsichtlich des vielfältigen Thuns und Denkens im Menschen; denn Gott ist im menschlichen Geiste gewissermassen mit thätig. Ja der Mensch ist als Inhaber eines Gottestheils Zeuge für Gott vor sich selbst (V. 3—4. Zur Sache vgl. S. 7 A. 7; S. 9 A. 9; S. 23 No. 15; Bd. I S. 77 No. 48 Z. 4; S. 199 A. 18). So kann der Mensch sich von Gott nie verlassen fühlen (Y. 5—6), kann auch in unfreundlicher Fremde nicht betrübt bleiben, da er sich nur an Gottes Güte, die in seiner Person sich wirksam bekundet, zu erinnern braucht, um jeden Gram zu scheuchen (Y. 7—10). Durch den Gedanken an Gott findet der Mensch Buhe, Kraft, Sammlung und Zuversicht (Y. 11—14). Darum scliliesst der Fromme sich fest an Gott und ist Gott sein erster Gedanke; denn die Zeichen seines Waltens treten an ihm zu jeder Tagesstunde wunderbar hervor (V. 15—18). Kann der Mensch auch das eigentliche Wesen Gottes nicht erfassen, so schaut er doch dessen Majestät lebendig in der Natur (Y. 19—20). Das giebt ihm innere Buhe, da er den Schöpfer des Himmels und der Erde als seinen Gott erkennt (Y. 21—22); denn was vermögen böse Menschen dem Schutze Gottes gegenüber auszurichten, der gegen jede Gefahr die geeignete Wehr und Waffe zu bieten vermag (Y. 23—26). Gott ist es auch, der dem Menschen beisteht in dem Bestreben, im vollen Sinne des Wortes Mensch d. h. Ebenbild Gottes zu werden und, zugleich mit der ihm möglichen Gotteserkenntniss, in seinem Wissen wie in seinem Lebenswandel die höchste Stufe zu erreichen (Y. 27 bis Ende). 14• Fromme Selbst- und Weltbetrachtung, Bussgebet (Selicliali) nach סליחה כמנהג טלמסאן, cod. 181 der Breslauer Seminarbibliothek p. 81 b (T) und nach dem Abdruck durch Dukes im Litbl. des Orients 1849 S. 760 (D). Auf eine dreizeilige reimende Eingangsstrophe, wo jede Zeile mit ראש in wechselnder Bedeutung begonnen wird, folgen -vier vierzeilige Strophen mit dem Beime 3 a 1 A, 3 b 1 A u. s. w. Jede Zeile hat neun Silben. Akrostich אברם• Des frommen Worts Beginn, das ich לאש ]לברי במה אקדם מעונה vor Gott gebracht, % Es sei gebeugten Haupts gesprochen לאש אשפיל ואבא1 במלה נ0*נה wohlbedacht Nunmehr, da 1ms beginnt die Mittelzeit לאיש האשכ!לת התיכונה der Nacht. erheben kann, mir das durch den Leib (die Materie) bewirkte Dunkel erhellt und mich vor Sünde schützt V. 27—BO). Beug’ ich mich vor Gott und betrachte ihn als das höchste und letzte Ziel all meines Denkens und WoUens, so steige ich über meine Schranke hinweg zur Erkenntniss Seines Wesens, womit nothwendiger Weise sich ein Iiinausgreifen meines Wissens -über die sublunarische ,Welt und bis zur äussersten, die Welt und mich selbst umschliessenden und umkreisenden (neunten) Himmels Sphäre ver_ bindet. In solcher (von den Neuplatonikern gelehrten) Ekstase wird mein Geist eins mit dem von mir erkannten Schöpfer und wie Er (Ps. 08, 5. B4) fahre ich ahnungsvoll dahin über die äusserste Grenze der Welt. — Die für den religionsphilosophischen Standpunkt des Vf. bezeichnende Stelle ist in den Erläuterungen, welche Ege'rs im Anhänge zum Diwan S. 154 aus dem Machsor חכמת המסכן von Algier p. 77 mittheilt, nicht scharf genug aufgefasst worden; die von Egers seihst im Diwan S. 17 A. 1. 2 gegebene nicht richtige Erklärung hat derselbe auf S. 154 des Anhanges andeutend zurückgenommen. 1) ואביא Z).

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