Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1891
- Date
- 1891-01-01
- Page
- – (sequence 69)
- Language
- German
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gäbe des sittlichen Lebens• die Lehre vom höchsten Gute und vom irdischen Glücke, die Tügendlehre und schliesslich etwas über das pflichtgemässe Handeln im Sinne Saadja’s dargethan, womit denn auch dessen concrete Ethik zu ihrem Rechte kommt. Die Darstellung ist klar, der Stoff grösstentheils richtig gruppirt, das Urtheil ruht auf der sicheren Grundlage einer Yertrautheit mit der Sprache und dem Inhalte des zur Quelle dienenden religions-philosophischen Werkes, dessen arabisches Original dem Verfasser, wenigstens durch die Benutzung veröffentlichter Angaben, zugänglich war. Die einschlägige ethische Literatur fand fleissig'e und sachgemässe Benutzung. Einzelne Ungenauigkeiten und Unebenheiten, sowie das Fehlen der Uebergänge an einzelnen Orten der Darstellung und eine gewisse Flüchtigkeit gegen Ende der Arbeit finden in dem Drange der festbegrenzten Zeit ihre Erklärung und Entschuldigung, erheischen jedoch für den Fall eines etwaigen anderweitigen Gebrauches jedenfalls eine sorgfältige Durchsicht und Nachbesserung. Aber auch in ihrem gegenwärtigen Zustande darf die Arbeit als eine gediegene und werthvolle Leistung angesehen und anerkannt werden; weshalb denn auch das Lehrercollegium derselben den Preis einstimmig zuerkannt hat. Die andere Arbeit mit dem deutschen Motto: Wenn die Könige bauen u. s. w. ist unvollendet abgeliefert worden. Sie zeigt gleichfalls viel Fleiss und stellenweise Talent und Begabung in erfreulicher Weise. Es fehlt jedoch eine unerlässliche Bedingung^ des Gelingens. Die mitunter allerdings recht schwierige hebräische Sprache des zu benutzenden Buches ist nämlich dem Verfasser keineswegs fremd, aber doch auch nicht vertraut genug, um unabhängig von theilweise unerlässlichen Hülfsmitteln den Stoff g־anz selbständig mit Sicherheit zu beherrschen. Eine Folge davon sind eine Anzahl von Verstössen in der gelieferten Uebersetzung des zehnten Abschnittes aus Saadja’s Werk. Sie würden hinreichen um die Arbeit nicht als eine den Anforderungen der Wissenschaft ganz genügende betrachten zu können, wäre nicht die ganze Anläge derselben überhaupt verfehlt und anstatt einer sachgemäss geordneten Darstellung eigentlich nur eine Art von Einleitung zu der genannten Uebersetzung des zehnten Abschnittes, welche übrigens nur bis zur Hälfte geführt worden ist. Was aber eben eine Einleitung sein sollte, ist vielmehr ein ungleichmässig gearbeiteter Auszug aus dem Werke Saadja’s, der zu viel und zu wenig gleichzeitig bietet; — zu viel, weil er anderen Stoff, der zur Ethik nicht gehört, nicht genug ausgeschieden hat, und zu ן, Wir■! .