Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1890
- Date
- 1890-01-01
- Page
- – (sequence 41)
- Language
- German
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de* liö1m?e im wahren Mittag von Greenwich angegeben. Ferner sind dort die Declinationsveränderungen von Stunde zu Stunde Vor- oder Nachmittags oder von 15 zu 15 Grad östlich oder wfestlieh von Greenwich angeführt. Bei der Bestimmung der Deplination für irgend einen Ort und irgend eine Tageszeit muss jauf diese Correctur Rücksicht genommen werden. j In der oben entwickelten Formel VII sind nun für irgend einen Ort: 1, die geographische Breite oder Polhöhe, und 2, 8, die Declination der Sonne für eine bestimmte Tageszeit eines jeden Tages, bestimmte Grössen, während 3, t, die Zeit des Eintritts der Sichtbarkeit von drei mittleren Sternen, und 4, n, die Höhe der Sonne um diese Zeit, unbekannte Grössen sind. Wenn eine von den letzteren beiden gegeben ist, kann die andere aus der Formel hergeleitet werden. Nun ist zwar die Grösse t wegen der bereits erwähnten Unbestimmtheit des Ausdrucks ״drei mittlere Sterne‘‘ mit Hilfe der Beobachtung nicht zu eruiren1), wohl aber dürfte man berechtigt sein, für die Grösse n den Stand der Sonne zur Zeit des Endes der bürgerlichen Abenddämmerung, welche eintritt, wenn die Sonne sich 6 Grad, oder nach anderen: 6 Grad 30 Mi-‘ nuten, unter dem Horizonte befindet, einzusetzen2 3). Ich nahm darum als gewiss an, dass mit dem Ende der bürgerliehen Abenddämmerung die imTalmud verlangte Nacht eintrete, und setzte erschwerend überall in die Formel VII n 6° 30' ein. Daraus habe ich t, die Zeit des Eintritts der Nacht für alle Tage von vier auf einander folgenden Jahren berechnet3). Auf eine einigermassen auffallende Erscheinung in den hier vorliegende!! Tabellen sei hierbei noch hingewiesen. Während am 21. Juni, dem längsten Tage, die Zeit des Erscheinens von drei Sternen am spätesten und am 2 2. December, dem kürzesten, diese Zeit am frühesten eintreten müsste, bemerkt man in den Tabellen, dass der späteste Zeitpunkt erst nach dem 21. Juni und der früheste bereits vor dem 2 2. December eintrifft. Das erklärt sich durch die Erwägung, dass die Tabelle die Erscheinung nach mittlerer Zeit angiebt, während die Berechnung nach wahrer Zeit geschieht und erst nachträglich in mittlere Zeit verwandelt *) Herr J. Hirsch, ingenieur en chef des ponts et chauss6es in Paris, nahm die drei Sterne als solche zweiter Grösse an und machte eine Beobachtung, durch welche er n __ 7 ° 24׳ fand (revue des 6tudes juives, tome VI., pag. 209 ff.). 2) Unter Dämmerung versteht man die Erleuchtung der Erdoberfläche vor Sonnenaufgang und nach Sonnenuntergang durch Brechung oder Spiegelung der Lichtstrahlen in der Erdatmosphäre. .׳ 3) Man könnte auch die Formel VII vermittelst des Mac Laurinschen Satzes in eine, unendliche eonvergirende Reihe verwandeln*,