Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1888
- Date
- 1888-01-01
- Page
- – (sequence 80)
- Language
- German
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zu erhellen. Möchte es Ihnen beschieden sein, mit üngeschwächter Kraft auch fernerhin für die Wissenschaft des Judenthums zu schaffen und zu wirken. Berlin, den 31. October. 1887. Der Vorstand der jüdischen Gemeinde.“ rf.; ־/ ־ s ״35- Adresse der Wiener Gemeinde: ״Euer Hochwohlgeboren! Hochverehrter Herr Professor! Im Rückblicke auf die Geschehnisse hinter uns liegender Zeiten erweitert sich der Sehkreis des geistigen Auges, es breitet sich vor demselben eine Welt theils sich vollziehender, theils sich vorbereitender Ereignisse aus, in welcher die ewigen Gesetze von Ursache und Wirkung, Voraussetzung und Folge sich offenbaren, und so erblickt es in der Vergangenheit ein gesundes Spiegelbild von dem, was als Gestaltung der Gegenwart gilt, wie von dem, was aus dem Werdeprocess der Zukunft hervorgeht. Ihnen, hochverehrter Herr Professor, gebührt das grosse Verdienst, durch Ihr berühmtes Geschichtswerk dem jüdischen Volke ermöglicht zu haben, solche Rückblicke in die Geschichte seiner Vergangenheit zu thun. Auf diesem Wege gewinnt dasselbe nicht blos Selbsterkenntniss und Selbstbewusstsein, sondern auch Tactgefühl im Verkehre mit den übrigen Völkerfamilien und Zuversicht im Kampfe mit seinen Gegnern. Hpchverehrter Herr Professor! Den mühevollen Gang auf den bis dahin noch nicht geebneten Pfaden der geschichtlichen Darstellung unseres Volkes antretend, fesselte Ihre Aufmerksamkeit zunächst der heilige Boden des Buches der Bücher, der Bibel, und Sie machten sie zum Gegenstände Ihrer kritischen Untersuchung. Und als ob die eigenen Leistungen Sie, hochgeehrter Herr Professor, nicht genugsam zu befriedigen vermochten, übernahmen Sie das schwierige Amt eines Lehrers, um Jünger heranzubilden, welche den Beruf erhalten sollten, im Tempel der Wissenschaft des Judenthums das ״ewige Licht“ der Forschung priesterlich zu pflegen. Hochverehrter Herr Professor! In dem Momente, da es eine gütige Vorsehung Ihnen gönnt, rüstig an Körper und frisch an Geist das 70. Geburtsfest zu begehen, drängt es uns, Ihnen für Ihre hervorragenden schriftstellerischen und lehramtlichen Leistungen die vollste Anerkennung und den tiefgefühlten Wunsch