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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1886-01-01 · 1886 · page 49

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1886
Date
1886-01-01
Page
– (sequence 49)
Language
German
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47 zeichnet die Differenz zwischen Geist und Stoff, so genau es ihm möglich ist. Feinheit und Reinheit sind Merkmale der Dinge, die ihm das Edelste an ihnen auszudrücken scheinen. Darum spricht er sie dem Geiste zu, nicht um ihn zur Materie herabzuziehen, sondern um das Beste, was er kennt, ihm beizulegen. Will man Anaxagoras aber zum Materialisten machen, weil er grössere und kleinere Theile des Geistes den Naturdingen — aber unvermischt mit ihren Stoffen — einwohnen lässt, dann wird auch der Idealist Lotze, der von einem Orte der Seele spricht, diesem Schicksal nicht entgehen. Zeller (I 4 888) räumt daher den genannten Gelehrten zu viel ein, wenn er zwar erklärt, dass Anaxagoras 'ein unkörperliches Wesen annehme, welches die Stoffe bewegt oder geordnet habe’, dass er aber doch 'den Geist wirklich wie einen feineren, auf räumliche Weise in die Dinge eingehenden Stoff vorstelle und dass es nicht blos der Unbeholfenheit seines Ausdrucks zur Last falle, wenn der Begriff des Unkörperlichen nicht rein heraustrete’. Auch Dilthey Einl. in die Geistes Wissenschaften I 207 wird daher Anaxagoras nicht ganz gerecht. 32. (Zu S. 24). Ueber diese Zweiheit im Begriffe des Herakliteischen Xdyos und den Gegensatz desselben zu dem voög des Anaxagoras vgl. Heinze Lehre vom Xoyog S. 24 ff. nebst den richtigen Gegenbemerkungen von Teichmüller Neue Stud. I 189 f. und Zeller I 4 609 f. 33. (Zu S. 24). So fasst Zeller I 4 514 f. das ov des Parmenides auf Grund von v. 83 f. 99 f. gegen Ritter Gesch. d. Philos. I 469 und Brandis Griecb.-Röm. Philos. I 380. Dass aber diese Zweiheit von Bestimmungen mit der vorausgesetzten reinen Einheit des Parmenideischen Principes nicht verträglich, dass dasselbe kein metaphysischer, sondern ein empirisch gewonnener Begriff ist, hebt Zeller (I 4 517) mit Recht hervor. Man erinnere sich übrigens auch an die von Platon im zweiten Theile seines Parmenides durchgeführte Auflösung des Begriffes §v in eine Vielheit von Bestimmungen. 34. (Zu S. 25). Bayle Diction. histor. et crit. s. v. Xenophanes not. B: Jtt avait sur la nature de Dien une opinion, qui n’est guere differente du Spinozisme. 35. (Zu S. 26). Vgl. Arist. De gen. et corr. I 3 p. 317 b 29 o paXtcxa cpoßoupsvot 81ex£Xeaav 01 xpwxoc, «piXoao^Yjaavxss, xd ex p/y]öevög yivea-^at xpooitäpxovxog. 36. (Zu S. 27). Dass Xenophanes in einzelnen Ansichten von Anaximander abhänge, ist im Alterthume von Theophrast (D. L. IX 21) behauptet, in neuerer Zeit des öfteren hervorgehoben worden. — Dass Xenophanes den Pythagoreismus kennt, zeigt fr. 18, und die Verwandtschaft seiner Lehre mit der der Orphiker scheint Platon (oben S. 29) zu bezeugen, wie auch Lobeck Aglaopb. I 613 und Ueberweg-Heinze Grundriss I 5 61 annehmen. Dagegen Schuster De vet. Orph. Theog. ind. p. 15. 37. (Zu S. 28). Die Ewigkeit der Welt hat Xenophanes gelehrt nach Theophrast bei Ps.-Plut. Strom. (Eus. Pr. ev. I 8, 5; Diels Doxogr. p. 580, 7); Ps.-Plut. Plac. H 4, 11; Stob. Anthol. I 171 Wachsm.; Diels Doxogr. 332, 1.

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