Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1886
- Date
- 1886-01-01
- Page
- – (sequence 47)
- Language
- German
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45 voll geäussert, lässt Simplicius seinen Theophrast sagen, Xenophanes habe sich hierüber gar nicht ausgesprochen, oder — wenn man Zellers Erklärung der Negationen (oben S. 41) nicht gelten lassen wollte — er habe die entgegengesetzten Bestimmungen der Begrenztheit und Unbegrenztheit, der Bewegung und Ruhe entschieden verneint. So kann man, auch ohne zu Zellers Auslegung des ot>׳ce — oö׳ue seine Zuflucht zu nehmen, Theophrast mit sich und Aristoteles, beide mit den Xenophaneischen Fragmenten vereinigen. Hierdurch wird auch verständlich, wie Nikolaos und Alexander über den Sinn der Xenophaneischen Fragmente so verschieden urtheilen konnten (Simpl, bei Diels Doxogr. 481, 7 f.). Dieser hat eben die eine, jener die andere Seite der Antinomie hervorgehoben. Was aber auch Simplicius Theophrast sagen lässt, ein Beweis für die Authentie der Schrift De Melisso ist aus verschiedensten Gründen in seinem Berichte nicht zu finden. 25. (Zu S. 19). Vgl. Ueberweg im Pbilologus VIII 106 f.; Zeller I 4 472 f.; Diels Doxogr. p. 109 f. 26. (Zu S. 19). Diels (Doxogr. p. 111) möchte freilich den für unsere Untersuchung wichtigsten Satz ov Iva — ■9-sög (Doxogr. 480, 9 —11) von diesem Urtheile ausnehmen und aus Theophrast selbst ableiten — aber schwerlich mit Recht, denn die Uebereinstimmung mit den entsprechenden Stücken der pseudo-aristotelischen Schrift ist eine vollständige. Was könnte uns veranlassen, hier Theophrast, in dem grossen unmittelbar folgenden Stücke dagegen Ps.-Aristoteles excerpirt zu sehen? Dass die Worte sich unmittelbar an ein echtes Bruchstück des Theophrast anschliessen, wird man als zureichenden Grund für diese Annahme nicht gelten lassen. Denn ungeschickt genug ist der Uebergang zu ihnen, und Inhalt und Form verrathen die Verwandtschaft mit dem nachfolgenden Excerpte aus Ps.-Aristoteles. 27. (Zu S. 20). Diels (Doxogr. p. 110) hält dafür, dass die angeführten Worte des Aristoteles von der Hand eines späteren Interpolators beschädigt worden sind. Die Entscheidung dieser Frage ist hier nicht von Belang. 28. (Zu S. 20). Der Schluss des Verses ist hoffnungslos zerrüttet. 29. (Zu S. 21). Die aus Aristoteles De caelo angeführten Worte genügen, ran Krisches Uebersetzung des oopavov (== Himmel) und die derselben gegebene Begründung (Forsch. S. 88 Anm. 2) als irrig darzuthun. Denn sie zeigen, dass 'der aristotelische Sinn5 des oopavög keineswegs, wie er annimmt, mit seiner Uebersetzung zusammenfällt. — Von anderen Erklärern und Darstellern der Philosophie des Xenophanes ist Lewes (History of philos. I 155 f.) — soweit ich sehe — der einzige, der dieselbe Uebersetzung ausführlich zu begründen versucht hat. Seine Beweisführung erinnert aber mehr an das Plaidoy er eines Anwaltes, der in glänzender Rede die Möglichkeit einer bestimmten Auslegung zu erweisen unternimmt, als an die Argumentation eines Philo-