Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1886
- Date
- 1886-01-01
- Page
- – (sequence 45)
- Language
- German
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43 apx'y?' sich nicht ausgesprochen habe, der ja ausdrücklich von der Gottheit lehre (fr. 4) aEeE ö’sv xaöxtp xs psveiv %1voöpevov 00§8v, 0058 psxepxe<*9־at ptv sTitupsTcst, aXXoxe ocXXtq. Mit Recht aber fragt Zeller dagegen, ob denn dieser Einwand nicht auch Kerns eigene Auslegung der Simplicianischen Worte treffe. Hat Xenophanes gelehrt, die Gottheit ist unbewegt, so hat er das freilich nicht unentschieden gelassen; er hat dann aber auch nicht sagen können, 'sie ist nicht unbewegt’. Und wenn Kern hervorhebt, in den Worten 0058 p.8xepxscO־aC ptv srawcpsttst .aXXoxs aXXig sei nur ein Theil der Antinomie, das 00 *avoopevov, ausgedrückt; der andere Theil der Antinomie aber, das 00% ׳jqpspoöv, werde wohl in anderen jetzt fehlenden Fragmenten ausgesprochen worden sein, so leuchtet doch vielmehr ein, dass atst 5’sv xaoxcp xs psvstv nichts anderes als das positive ׳^pspoöv bedeuten könne. — Aber freilich, auch Zellers Versuch, den von Kern hervorgehobenen Widersprach zwischen Theophrast und den Fragmenten zu heben, ist nicht gelungen. Er will die Schwierigkeit durch eine Unterscheidung zwischen der Gottheit und dem öv %ai rcav des Xenophanes beseitigen (I 4 478). Von der Gottheit soll Xenophanes gelehrt haben, sie sei unbewegt; über Bewegung und Unbewegtheit des Weltalls, des ov %aE rcav, dagegen soll er sich, wie Theophrast hervorhebe, nicht ausgesprochen haben. Dieser Unterscheidung aber darf man, wie Kern (Unters. S. 4 Anm. 2) mit Recht geltend macht, nicht beipflichten. Alle Berichterstatter heben ja hervor, dass Xenophanes Gott und Weltall nicht geschieden habe. Die Gottheit ist freilich nicht identisch mit den Einzelwesen; die Dinge aber in ihrer Einheit, in ihrem wahren Sein erfasst, das ov %aE ׳!rav, ist doch nichts anderes als die Gottheit. Wie sollen wir Aristoteles’ Wort (Metaph. A 5. 986 b 24) sig xöv oXov oopavov a%0ßXscpas xo iv stvaE cpyjai xöv frsöv verstehen, wenn wir wie Zeller zwischen &80£ und dem öv xal rcav scheiden? Soll aber unter dem öv xai rcav die Summe der einzelnen Dinge verstanden sein, so wissen wir ja, dass ihnen von Xenophanes keineswegs Bewegung und Veränderung abgesprochen worden ist (Zeller I 4 496). Somit bleibt der Widerspruch zwischen Theophrasts und Aristoteles’ Angaben auf der einen, den Xenophaneischen Fragmenten auf der anderen Seite in unverminderter Stärke bestehen und zwingt uns, nach einer anderen Auslegung uns umzusehen, die auch durch sonstige Schwierigkeiten als geboten erscheint. Theophrast nämlich widerspricht nicht blos den Fragmenten, sondern auch sich selbst. Bei Simplicius lehrt er, die Gottheit des Xenophanes sei weder als begrenzt noch als unbegrenzt von Xenophanes gefasst worden; nach anderen Berichten aber (Diels Doxogr. p. 112. 481, 9) hat er sie für kugelförmig, also für positiv begrenzt erklärt. Wir müssten die Aristotelische Raumtheorie in Xenophanes’ System hineininterpretiren, wollten wir diesen Widerspruch mit Kern (Beitr. S. 17) hinwegdeuten. Und alles, was wir aus Xenophanes’ Fragmenten und aus den besten Berichten über seine Philosophie erfahren, müssten wir für falsch erklären, wollten wir die von Kern an anderem Orte (Unters. S. 7 f.) versuchte Lösung des Knotens billigen. Denn