Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1886
- Date
- 1886-01-01
- Page
- – (sequence 42)
- Language
- German
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40 wenden. So wenn Ezekielos von Ttrav ״HXcog (Euseb. Pr. ev. IX 29. 444 d), Ps.-Phokylides von Ktmptg, ״AcSyjg, Oupavtöat spricht (v. 3. 67. 71. 110.111 Bern.); wenn Philon im Sinne des griechisch-römischen Volkes und aus dessen Anschauungen heraus 'Zeus’ statt edes Himmels9 sagt (De prov. II § 46), von Herakles, Dionysos und den Dioskuren spricht (Leg. ad Caj. II 557 f. Mang.); wenn er mit Platon die Gestirne sichtbare Götter nennt (De .mundi opif. I 5 Mang.) und in ähnlichen Wendungen sich oft ergeht (vgl. Zeller HI, 2 3 S. 345 f.). — In demselben Verhältniss zur Mythologie der Alten steht die moderne Literatur. Niemand wird glauben, über den Sinn Xenophaneischer Verse sich belehren zu können, wenn er Schillers Götter Griechenlands liest oder in Schleiermachers Reden über die Religion auf folgende Worte stösst (WW. ed. 1843 I 219): 'Zeus Blitze schrecken nicht mehr, seitdem uns Hephästos einen Schild dagegen verfertigt hat; Hestia schützt, was sie dem Poseidon’abgerungen, und die Söhne des Ares vereinigen sich mit denen des Asklepios, um die schnelltödtenden Pfeile Apollons von uns abzuwehren9. 22. (Zu S. 17). Die im Texte der pseudo-aristotelischen Schrift vorgenommenen Aenderungen gehen zumeist auf Bonitz Aristot. Stud. I 80 f. zurück. 23. (Zu S. 18). Vgl. Zeller I 4 463 f.; Vermehren Die Autorschaft der dem Aristoteles zugeschriebenen Schrift Ilepc Eevoyocvoug %xX.; Diels Doxogr. p. 108 f. — Zeller, dem wir die eingehendste und treffendste Würdigung dieser Schrift verdanken, will ihr da kein Vertrauen schenken, wo eihr Zeugniss über angebliche Sätze des Xenophanes allein steht9 (I 4 485), benutzt sie jedoch bisweilen zur Feststellung untergeordneter Punkte. Wenn es aber wahr ist, was Zeller erwiesen hat, dass der angebliche Aristoteles Falsches mit völlig erdichteten Gründen Xenophanes untergelegt hat, so ist auch der subsidiäre Gebrauch der Schrift bedenklich. Einem Lügner wird man auch in unbedeutenden Angelegenheiten nicht trauen, und eine von zuverlässigen Männern bezeugte Thatsache wird durch die Zustimmung eines falschen Zeugen nicht glaubwürdiger. Die pseudo-aristotelische Schrift ist demzufolge für Xenophanes überhaupt nicht, für Melissos mit Vorsicht, und nur für Gorgias ohne Bedenken zu benutzen. — Dies verkannt, die pseudo-aristotelische Schrift für eine echte Urkunde der Xenophaneischen Philosophie gehalten zu haben, ist ein Fehler, der alle bisherigen Darstellungen dieser Lehre — mit einziger Ausnahme der von Zeller gegebenen — gänzlich unbrauchbar macht. 24. (Zu S. 18). Kern hat auch den einschneidendsten Argumenten Zellers gegenüber seinen Glauben an die Authentie der pseudo-aristotelischen Schrift De Melisso und an die Glaubwürdigkeit ihres Inhaltes mit grosser Energie festgehalten und in mehreren Abhandlungen vertheidigt. Man kann nicht sagen mit Erfolg. Zellers lichtvolle Untersuchung, deren Ergebnissen auch Susemihl (Philol. Anz. VH 297 f.) und Diels (Doxogr. p. 108 f.) zustimmen, ist so überzeugend, Kerns Einwendungen, die er noch im Jahre 1874 in seiner 'Unter-