Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1886
- Date
- 1886-01-01
- Page
- – (sequence 41)
- Language
- German
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39 worden. Wir finden sie unter Euagrius Ponticus’ spirit. sententiae (Gallandi ,bibl. Patr. VII 574?) und daraus entlehnt bei Job. Damasc. Par all. sacr. II 1202 Migne. — Als Solonische Weisheit lesen wir ferner bei Mullach (p. 221 fr. 27) arcavtov efoocye aov rcoöa 7cpdg xqv cpt'Aov, Iva pVj aot> 7cX7jad־s1g ptaYjaig as. Die übel klingenden Worte will Mullach durch Aenderung von adv in xöv verbessern. Vergebliche Mühe. Denn der Spruch gehört nicht Solon an und keinem Griechen, sondern stammt aus den Sprüchen Salomonis. Die LXX zu Prov. 25, 17 geben die Sentenz in wörtlicher Ueberein- Stimmung und wie sich von selbst versteht auch adv 7cdda, entsprechend dem רגלך des Originales. Die Verwirrung ist durch den Namen 20Xc0pe0v0^ entstanden, der in den Florilegien oft abgekürzt SoXtop, geschrieben, mit SöXcav verwechselt ward. Derartige grobe Irrthümer finden sich in Mullachs Fragmentensammlung so häufig, dass eine Aufzählung auch nur der schlimmsten Fehler unmöglich ist. Auf einige derselben aber sollte hier hingewiesen werden, weil das Mullaehsche Machwerk noch in neuester Zeit manchen Gelehrten irre geführt hat. 20. (Zu S. 15). Ueber die Götterlehre der Skeptiker vgl. Sext. P. H. III 2 f. Math. IX 13 ff.; vgl. auch Zeller III, 2 3 S. 61. In völliger Uebereinstimmung mit Antisthenes erklärt die Skepsis (S. E. Math. IX 49) xaxd p£v xa rcaxpia %at xoug vopoog slvai &e00£. 21. (Zu S. 16). Von den ältesten Zeiten griechischer Litteratur an bis auf die Periode der neuplatonischen Religionsmischung herab sprechen die verschiedensten griechischen Schriftsteller bald von einer Gottheit oder 'dem Gotte’ schlechthin bald von einzelnen bestimmten Göttern, heben die Vielheit der Götter in die abstracte Einheit des 9׳-slov, der poTpa oder ataa auf und stellen unbefangen concrete Göttergestalten daneben (s. Nitzsch Anm. zu Homers Odyssee I S. 179 f.; Preller in Paulys Real-Encyclopädie s. v. fatum; Nagelsbach Hom. Theol. Abschnitt HI § 1 f.; Nachhom. Theol. Abschnitt II § 22 f.). Diese Thatsache zeigt, dass ein dunkles Bewusstsein der Nothwendigkeit, über die Vielheit der Götterwelt hinauszugehen, den Griechen nicht gefehlt und auch unabhängig von der philosophischen Entwickelung sich geltend gemacht hat. Für den Sprachgebrauch der für Monotheisten geltenden Philosophen erfahren wir hieraus nichts. — Gänzlich verkehrt wäre es aber, wollte man auf die Etymologie von ftsög und 3-eTos zur Erklärung einer Erscheinung zurückgehen, die nicht aus dem ursprünglichen Sinne einzelner Worte, sondern aus den Vorstellungen und Anschauungen einer hoch entwickelten, schon philosophisch denkenden Zeit zu erklären ist. Kaum braucht ferner erwähnt zu werden, weil es mit Xenophanes’ Sprachgebrauch nicht vergleichbar ist, dass Schriftsteller einer späteren Zeit, deren Monotheismus ein Missverständnis nicht zu befürchten hat, in rhetorischen oder poetischen Metaphern oder in unbefangener Anlehnung an die Sprache der altclassischen Zeit die Namen von Göttern für das von denselben beherrschte Gebiet oder für die von ihnen repräsentirten Eigenschaften, Fähigkeiten und Affecte ver-