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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1886-01-01 · 1886 · page 40

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1886
Date
1886-01-01
Page
– (sequence 40)
Language
German
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38 schwerlich zufällige Anklang an berühmte Worte Casars, so verurtheilt auch der unklassische Gebrauch von xöapog (= Erde, irdisches Dasein), der an Evang. Joh. XU 19; Jacob. IV 4 erinnert, den Spruch. — Im alten Sinne erscheint xöapog in fr. 132, das aus dem Florentiner Florilegium und anderen byzantinischen Sammlungen (s. Wachsmuth zu Stobaei Anthol. II 211) stammend, auch von Hirzel (Hermes 1879 S. 362. 373) Demokrit nicht abgesprochen wird. Aber mit geringen Varianten wird dieselbe Gnome in der Florentiner Sammlung (Stob. II 207 Wachsm.) und bei Diogenes V 19 Aristoteles beigelegt. Wollen wir sie daher nicht diesem, so dürfen wir sie doch keineswegs Demokrit zuerkennen. ־— Als Trimeter, die nur geringe Aenderungen im Laufe der Zeit erfahren haben, müssen, wie zahlreiche andere Sprüche, so auch fr. 60 und fr. 225, letzteres von Hirzel das. S. 363 als echt angesehen, ausscheiden. Denn es ist doch wohl zu lesen (fr. 60) oux eaxtv oöxtog aa^aX^g xXouxou xuXetov, xov oux avofyet <xYfe> QS xatpog und vielleicht xaptov am Schlüsse zu ergänzen. — Fr. 225 ferner, das in vielfachen Variationen bei späteren Dichtern sich findet, lautete ursprünglich wohl folgendermassen G0<p(p <jxAv> avöpt xaaa yrj ßax7> ^׳ceXet), yap dyalHJs xöapog 6 gopxag 7taxp Schlimmer als diese Fälle von Nachlässigkeit sind andere Fehler der Mullachsehen Fragmentensammlung. Als fr. 130 wird in derselben und von Anderen Demokrit ein Ausspruch zugeschrieben, der ein Excerpt aus Plut. De puer. educ. 4 ist, wie Rose De Arist. libr. ord. p. 9 bemerkt hat. Unbemerkt aber ist bis jetzt gebheben, dass Burchard (das. S. 31), Lortzing, (Ueber die eth. Fragm. Demokrits S. 15) und natürlich Mullach für Demokriteisch eine wohlbekannte Sentenz Platons halten. Man vergleiche Demokrit, mor. fr. 75 Mull. To vtxav auxov lauxöv xaatov vtxtov xparaj xat dpLaxy xd öe ^xxdaftat auxov uqp £auxoo ataxtaxöv xe xat xaxtoxov. Platon legg. I 626 E xo yap vtxav auxov auxov xaatov vtxtov xptoxTj xe xal apfoxy) * xo Sä^xxaa^-at auxov uep5 §auxou xavxtov atoxtoxöv xe dpa xat xaxtoxov. Das erinnert an ähnliche und zum Theil noch ärgere Versündigungen, die Mullach sich hat zu Schulden kommen lassen. Beispielsweise werden von ihm (I 223) Thaies (fr. 63) die Worte, zugeschrieben xöv uxepoupavtov xöxov ouxe xtg upvyjae xxX.; aber wer kennt sie nicht als Eigenthum Platons aus Phaedr. 247 G? — Ebenso erscheint bei Mullach unter Sprüchen des weisen Bias (p. 229 fr. 12) die Aeusserung Platons (Phaedr. 237 B) pCa eaxtv dpx^ xou xaXtog ßouXeueafrat xxX. — Als fr. 23 (I 221 Mull.) wird Solon der Spruch beigelegt 6 xaxa &eov tpCXog ßiet piXt xat yaXa xotg dXYjfrioi Xdyotg. Kein Ohr, das je den Klang altgriechischer Rede gehört hat, wird diese barbarischen Worte auch nur einen Augenblick als Solonisch gelten lassen. Sie sind in der That tausend Jahre nach Solons Lebenszeit zuerst gesprochen

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