Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1886
- Date
- 1886-01-01
- Page
- – (sequence 38)
- Language
- German
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36 hebung der Negation, die doch durch das p,7j5ev6g — p,Y]d£va mit genügender Stärke ausgedrückt ist? — In dem folgenden Satze sodann (axooeiv bk xai opav xa80־X00), das eine Umschreibung des ouXos opqc, ouXog bk vosT, ouXog bi, x’dxotiei geben soll, fehlt wiederum die dem ouXog Se voet — der wichtigsten Bestimmung — entsprechende Wendung. Dieselbe könnte man freilieh auch in dem Berichte bei D. L. IX 19 vermissen und nun entweder den Fehler auf die Vorlage beider Berichte zurückführen oder bei Diogenes lesen wollen oXov opav xat oXov (voeTv xai oXov) axooetv. Beides aber wäre unrichtig, da das ouXos 8£ voet nachdrücklich^ in einem besonderen unmittelbar folgenden Satze umschrieben wird aupxavxa xe etvac voöv xxX, — So ist denn auch, wohl Sehnliches bei Plutarch zu ergänzen und zu lesen aoxtSv |A7}8eva• voetv 8’0Xtog dxoiietv xe (so mit dem besten cod. A) xai opav xa&0X0t) xxX. 11. (Zu S. 10). Gegen wen Xenophanes’ Worte sich richten, ist nicht schwer zu ermitteln. Vor Allem gegen Homer, der, wie Xenophanes, Zeus als frecov xapxiaxov dxdvxcov preist (fl. VHI 17. 27. XIV 213. XV, 107), aber zugleich den Begriff tyrannischer Willkür, despotischer Herrschaft von ihm keineswegs fernhält (s. Nägelsbach Hom. Theol. 3 95 f.). Und es ist bekannt genug, dass auch andere griechische Dichter den höchsten Gott sich in keiner anderen Weise vorgestellt haben. So zum Beispiel Aeschylos, oder wer sonst den gefesselten Prometheus gedichtet oder umgearbeitet hat. — Von den vielfachen Bedürfnissen der Götter ferner spricht jedes Blatt der Homerischen Gedichte und zahlreiche Ausführungen späterer Dichter. 12. (Zu S. 11). Die Unfestigkeit der bisherigen Auffassungen des Xenophaneischen Systems zeigt sich deutlich an den einander schroff widersprechenden Aus• legungen der wichtigsten Fragmente und Berichte. So findet Kern in fr. 1 eine entschiedene Hinneigung zum Polytheismus ausgesprochen (oben S. 5); Brandis — und mit ihm die meisten anderen Ausleger — erkennt in demselben den Ausdruck eines reinen Monotheismus (Comm. Eleat. p. 67 not. b); Karsten dagegen glaubt, dass die Verse im Munde eines Monotheisten immerhin befremdend seien, dass aber Xenophanes hier dem Sprachgebrauche des Volkes sich accommodirt haben werde (Xenoph. rel. p. 113 f.). — In dem Berichte des Theophrast (oben S. 10) sieht umgekehrt Brandis die Anschauung von einer Mehrheit der Götter offen ausgesprochen (Comm. Eleat. p. 33. 67); Karsten (ib. p. 115) möchte ihn gar nicht als Ausdruck Xenophaneischer Gedanken, sondern als Umschreibung der oben (S. 11) angeführten Euripideischen Verse gelten lassen; Zeller dagegen (1 4470Anm. 3) führt aus, Xenophanes könne daraus nur geschlossen haben, 'dass es keine Mehrheit von Göttern gebe’. — Aufs wunderlichste übersetzt Cousin (Nouv. fragm. philos. p. 56) Theophrasts Angabe: H est absurde de supposer dijfermts rangs parmi le8 dieux, puisque tous ont besoin le8 uns des autres. 13. (Zu S. 11). Aehnlich wie Cicero berichtet Ps.-Plutarch Plac. phil. V 1, 2; Diels Doxogr. 415, 17) Esvoqpavrjg xai 5Exixoopog avatpouac xtjv pavxuwrjv. —