Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1886
- Date
- 1886-01-01
- Page
- – (sequence 36)
- Language
- German
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- Homer 1× ep/1025156
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34 Das will doch offenbar nur Folgendes besagen: Xenopbanes ist ein apcpozepoßXsnTog — was nicht activisch genommen zu werden braucht (= ein nach zwei Seiten Blickender), sondern 'einen auf zwei Seiten Erblickten5, einen Mann ohne feste Haltung, bezeichnet. In vielen Punkten Skeptiker, ist er doch Dogmatiker in Bezug auf seine Einheitslehre — beides aber zugleich, nicht aber etwa erst das eine und später das andere, wie Kern annehmen möchte. Das bezeugen die Worte öcpeXov rctmvou voou avTtßoXYjaat apcpoTspößXercTos. Denn mit ihnen erklärt Timon den Greis für einen noch immer Schwankenden, dem er darum ironisch den Wunsch in den Mund legen muss, endlich 'eines festen5, d. h. fest im Skeptizismus stehenden Geistes theilhaft zu werden. — Aus demselben Grunde nennt Timon auch Zenon den Eleaten dpcpoxepÖYXtüaaov (D. L. IX 25). Denn dieser zweifelt an der Wirklichkeit der erscheinenden Dinge, hat aber doch Parmenides’ Alleinheitslehre nicht angetastet, ist also dem Pyrrhoneer ein Skeptiker und Dogmatiker zugleich. 4. (Zu S. 8). Die ersten sieben Fragmente stehen offenbar in einem, wenn auch nicht lückenlosen Zusammenhänge. Fr. 1 lehrt, dass der Eine höchste Gott den Sterblichen nicht an Gestalt (öepag) und nicht im Erkennen (vörjpa) gleiche. Den ersten Theil des Gedankens (oute depag 9׳*v7]xoTatv öpoftog) führen fr. 5. 6. und Giern. Alex. Str. VII p. 302 Sylb. weiter aus. Dieser Ausführung gehörte auch fr. 4 an, welches besagt, dass der Gott sterblichen Wesen an Gestalt durchaus unvergleichbar, nicht im Raume sich bewege, wie endliche Körper. Ein jetzt fehlender Gedanke leitete zu der Begründung des zweiten Theiles der Behauptung über (oute vövjpa), die fr. 2 und 3 enthalten. Sodann liess Xenopbanes wohl die ethischen Bestimmungen der Gottheit folgen. Seine positiven Erklärungen aber fehlen, und nur die scharfe Zurecht- Weisung der von Homer und Hesiod festgehaltenen unwürdigen Anschauungen ist uns in fr. 7 erhalten. Demnach wären die Fragmente in folgender Reihe aufzuführen: fr. 1. 5. 6. Giern. Alex. Strom. VII p. 302. fr. 4. 2. 3. 7. — Zu bemerken ist, dass in fr. 3 xpaxuvst statt xpadatvst zu lesen sein dürfte. Denn xpaSaCvco ist nichts als vibrare 'hin und her bewegen5, keineswegs aber etwa 'im Kreise herumführen5 und auf den Kreislauf der Gestirne zu beziehen. xpaTuvEi, durch zahlreiche Belege besonders aus den Tragikern als poetisches Synonymon von xpaxst bekannt, wird durch den Sinn und durch das xoßspvav des Anaximander (Arist. phys. III. 203 b 11) empfohlen. Röth (Gesch. der abendl. Philos. H, 2 S. 32) wollte xpaxaCvei lesen, das aber lediglich einer corrumpirten Stelle des Aeschylos seine Anführung in einigen Lexicis verdankt. — Wachsmuth (De Timone Phliasio p. 32) weist die Fragmente 1—2. 5—7 in die angeblichen Sillen des Xenophanes. Dass X. aber sowenig Sillen, wie die ihm zugeschriebenen Tragödien, Parodieen und Satyren verfasst hat, scheint nicht zweifelhaft zu sein (vgl. unter Anderen Karsten Xenoph. rel. p. 24; Brandis Gesch. der Griech.-Röm. Philos. I 357 Anm. o). 5. (Zu S. 9). Der Vers 23 des fr. 21 ist, wie man ihn bisher geschrieben hat, nicht verständlich. Xenophanes kann unmöglich gesagt haben: 'Es ziemt