Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1886
- Date
- 1886-01-01
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
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29 war, lehren schon die oben (S. 16 f.) angeführten Beispiele. Und dass die Vereinigung jener Gegensätze den Anschauungen der alten Zeit vollkommen entsprach, will wohl auch Aristoteles mit den Worten lehren (Metaph. XII 8. 1074 a 38 f.) 7capa8e80xat, 8s icapa xc3v ap)(ac0)v xal 7ua{17caXata>v ev [Jtüfroi) a^7j[j1axt xaxaXsXstppsva xoiq Soxepov oxt ׳ö’sot xe efoiv oöxot xal rapidst xo ׳ftsiov xyjv oXyjv <puatv. — Dasselbe bezeugt Platon, wenn auch nicht in offenen unzweideutigen Worten. Da, wo er von der Einheitslehre der Eleaten spricht (Soph. 242 D), giebt er an, dass Xenophanes Vorgänger gehabt habe: xo 81 7z(x,p yjjuv *EXeaxtxov s9׳*vo$ and Ssvocpavou^ xs xal Ixt Tipoa^sv ap^ajjtsvov xxX. Nicht, wie man wohl geglaubt hat, auf Anaximanders oder sonst eines ionischen Philosophen Urelement kann hier hingedeutet sein״, denn 'das eleatische Volk* wird im Gegensätze zu den *IaSe? Mooaai erwähnt. Einzig richtig ist es wohl, an die Orphiker zu denken, die in ähnlicher Weise wie Xenophanes alle Vielheit der Erscheinungen in die Einheit des Zeus hatten aufgehen lassen. In prächtigen Versen besingen sie Zeus, cdas Haupt und die Mitte der Welt, aus dem Alles hervorgegangen ist, den Herrscher und Anfang von Allem, der Grund der Erde und des Himmels ist, die Wurzel des Meeres, Sonne zugleich und Mond, König und Herrscher von Allem* 39. Aber Niemand weiss zu berichten, dass der pantheistische Geist, der in diesen Versen athmet, die Vielheit der Götter ausgeschlossen hätte. Die Theologie der Orphiker hat vielmehr den Boden des Polytheismus niemals verlassen. Noch näher der hier entwickelten Lehre des Xenophanes steht die Anschauung der Stoiker von dem Einen Zeus und den vielen göttlichen Potenzen, wie am kürzesten Plutarch (De comm. notit. 31, 5) erklärt: Xpuawc7c0£ xal KXeavxHqs ljJL7ce7cX7]xoxeg &q Ituoc ewietv xco Xoyo) ׳frsäiv xov oupavov, xyjv y׳fjv, xov a&pa, xyjv ׳fraXaaaav, 068sva xcov xoaoüxcov acpfrapxov 0u8* afSiov a7c0XeX017caa1 7rX7jv jjlovoo xoo Ato$, dq ov rcavxas xaxavaXfexooat xouq aXXotii;. — Und ebenso wenig wie die materialistische Alleinslehre der Stoiker schliesst der evolutionistische Pantheismus der Neuplatoniker die Götter des Volksglaubens aus. Vielmehr ist die Aussöhnung der Philosophie mit dem Polytheismus des griechi־ sehen Volkes eines jener Ziele, deren Erreichung ihnen höchste Aufgabe des Denkens war. Doch es ist unnütz, Beispiele einer Vorstellungsweise zu häufen, die bald mit grösserer bald mit ge־