Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1886
- Date
- 1886-01-01
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
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{1evov dem vooü(1evov der Gottheit gegenübergestellt habe. Nicht blos diese Begriffe, sondern auch die Gedankengänge, die zu denselben führten, sind ihm noch unbekannt gewesen. Ueber den Ideenkreis aber, innerhalb dessen die Denker Griechenlands um die Zeit des Xenophanes sich bewegten, dürfen wir nicht hinausgehen, wenn wir die Grundgedanken des Xenophaneisehen Systems bestimmen wollen. Dem grübelnden Sinne der ersten griechischen Philosophen erschien die allgemeine Veränderlichkeit und Vergänglichkeit der Dinge als das grösste aller Räthsel. Vor das Problem der Entstehung der Welt gestellt, versagte jede von Dichtern und Weisen gegebene Erklärung, versagte auch die Macht der Religion, die ja nur gewordene Götter kannte®5. So kam das ungeübte Denken darauf, zunächst in einem Urstoffe den ewigen Grund alles Seienden zu erblicken. Aus ihm sollte das All der Erscheinungen so ableitbar sein, wie die vor unseren Augen entstehenden, vergänglichen Einzelwesen aus bestimmten Stoffen erzeugt werden. Das geistige Wesen der Dinge ward nicht gänzlich übersehen; aber es trat in den Hintergrund und erschien als unwesentliche Zugabe oder spätere Aeusserang der materiellen Welt. — Es bedurfte nicht langen Nachdenkens, um zu erkennen, dass ein solches materielles Princip die Natur und den Zusammenhang der Dinge nicht zu erklären vermöge. Pythagoras und seine Schüler wurden auf das einheitliche Wirken der Kräfte aufmerksam, die im Universum thätig sind; sie bemerkten die zusammenstimmende Ordnung der verschiedenen Theile, die Vernunft, welche den belebten Wesen einwohnt; das Alles war aus blossem Stoffe nicht erklärbar. So sucht^ sie nach einer Auflösung des Räthsels, die dem Menschengeiste näher stände, und noch unsicheren Schrittes und gleichsam tastend fand die Pythagoreische Speculation dieselbe in geistigeren Beziehungen. In den constanten Verhältnissen der Zahlen erblickten sie, die Mathematiker, die ewigen Principien der Dinge. Aber auch diese Annahme konnte einen Xenophanes, den, wie seine Kosmologie zeigt, wenig mathematischen Dichter, nicht befriedigen. Unbeantwortbar blieb die Frage, ob aus blossen Verhältnissen der Einheit zur Vielheit, aus Beziehungen der Zahlen zu einander Dinge entstehen können, ob Zahlen zu wirken und zu leiden vermögen. Einen befriedigenderen Ausgangspunkt als das