Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1886
- Date
- 1886-01-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
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25 Lehre von der Einheit aller Dinge in Gott mag Xenophanes hart neben dem Abgrunde des öden bestimmungslosen Seins stehen, in dem Parmenides die erscheinende Welt verschwinden lässt; aber nie hat Xenophanes die Realität der Dinge zu einem blossen Scheine herabgesetzt; nie hat er die Wirklichkeit der Einzelwesen geleugnet. Zu sehr widerspricht diese furchtbare Lehre dem unbefangenen Bewusstsein, das sich selbst als reales Einzelwesen erkennt und auch den Dingen ausser ihm diese Realität nicht rauben lässt. Für Xenophanes besteht neben der Gottheit die Vielheit der Dinge, besteht wahrhafte Bewegung und Veränderung, die wir wahrnehmen, die uns selbst ergreift, gebiert und vernichtet. Xenophanes hat wahrscheinlich den Widerspruch gar nicht bemerkt, der zwischen seiner consequent durchgeführten Grundanschauung und seinen Lehren über Entstehung, Wesen und Wirken der Einzeldinge sich zeigt. Das ist schon im Alterthume bemerkt worden, und Theodoret tadelt ihn daher mit den strengen Worten (De affect. cur. IV p. 57, 4 Sylb.) 71aX1v 5& aö xoüxtov xdSv Xo'y&>v sx xfj$ <pSvat arcavxa eipy]xev. Wie aber fassen wir das Verhältniss der göttlichen Einheit zu der veränderlichen Vielheit? Wie ist es möglich, dass es eine Welt von Einzelexistenzen ausserhalb des Alleinen, veränderliche bewegliche Dinge neben der unbewegten Gottheit giebt? Oder, wie ein Orphisches Gedicht bei Proklos (in Tim. p. 96 A) die Frage stellt 11(3$ &e [xol sv xe xd 7sdvx’ laxat xal xwpk exaaxov; Zeller antwortet (I4 494): 'Gott und Welt verhalten sich hier wie das Wesen und die Erscheinung.9 Aber dürfen wir den Piatonisch-Aristotelischen Unterschied von ouata#nd au{1ßeßY}xo$, oder gar mit Bayle34 die Spinozistische Differenzirung von Substanz und Modification Xenophanes zuschreiben? Schon Aristoteles (Phys. I 3. 186 a 31) hebt warnend hervor, und Eudemos schliesst sich ihm an (Simpl, in Arist. phys. 115, 27 f.), dass selbst der denkgewaltige Parmenides die Beziehungen der Substanz zu den ihr inhärirenden Accidenzien noch nicht erkannt habe. Wir dürfen daher nicht voraussetzen, dass Xenophanes die Summe der Einzelwesen als Erscheinung, Accidenz oder Modification der Gottheit angesehen, dass er sie als das <patvo-