Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1886
- Date
- 1886-01-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
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21 können. Man darf oopavöv nicht, wie die Mehrzahl der Erklärer thut, mit 0Himmel5 übersetzen; denn nicht die Einheit des Himmels kann Xenophanes der Gottheit gleichgesetzt haben. Von den drei Bedeutungen, die Aristoteles selbst dem Worte beilegt (7c. oupavoö I 9. 278 b 11 f.), kann hier nur die letzte, der zufolge es tö 8X0v xal tö 7caVj das Weltall, bezeichnet, als die richtige angesehen werden. Denn darüber besteht kein Zweifel, dass Xenophanes das All der Dinge auf eine Einheit zurückgeführt und diese Einheit mit der Gottheit identificirt hat. Daher umschreibt Theophrast (ä. a. O.) die angeführten Worte des Aristoteles mit tö yap £v tqoto xal 7cav töv ־freöv eXeyev 6 Eevo^avyjs. Und so fasst auch Timon die Lehre des Xenophanes in den oben angeführten Versen auf. Man muss daher Zeller vollständig beipflichten, wenn er oupavöv hier mit Welt übersetzt29. Was aber will die vielgenannte Formel ev tö 7cav besagen? Um ihre richtige Deutung handelt es sich ganz und gar, wenn wir Näheres über Xenophanes5 Theologie feststellen wollen. Wir finden sie nicht in Xenophanes5, sondern erst in Parmenides5 Fragmenten (v. 66. 67). Auf alle Eleaten hat sie Platon in der angeführten Stelle, auf Xenophanes erst Aristoteles, dem Theophrast sich, wie erwähnt, anschliesst, bezogen. Welchen Sinn verbindet nun Aristoteles mit dieser Formel? Bei der Weite des Begriffes ev ist es schwer, hierauf eine präcise Antwort zu geben. Von den zahlreichen Bedeutungen, die Aristoteles in der Metaphysik A 6. I 1, Phys. I 2 und an anderen Orten dem Worte beilegt, können einige allerdings leicht eliminirt werden. Wollen wir nicht Kategorien, deren Unterscheidung erst der nachsokratischen Zeit angehört, in Xenophanes5 noch ungeübte Speculation hineintragen, oder wohl gar eigene Gedanken dem alten Dichter unterschieben, so dürfen wir in jenem ev keine Einheit der Substanz suchen; denn Xenophanes hat so wenig wie Parmenides (vgl. Aristot. phys. I 3. 186 a 31) Substanz und Accidenz von einander geschieden. — Es ist auch nicht das ev der Accidenz — aus demselben Grunde, und weil die Gottheit, die nicht Accidenz sein kann (Arist. E. N. I 4. 1096 a 24), mit dem ev identificirt wird. — Es ist ebensowenig ein gv dem Begriffe, der Art oder Gattung nach; denn die Gottheit ist nicht Begriff, nicht Art und nicht Gattung des Weltalls. — Es ist ferner kein natürliches Ganze, kein oXov; denn