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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1886-01-01 · 1886 · page 12

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1886
Date
1886-01-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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10 Nichtigkeit dieser Vorstellungen erst einmal erkannt, wer mit leidenschaftlicher Erbitterung gegen sie gekämpft hatte, wie Xenophanes, der konnte diese Bestreitung des unwürdigsten und thörichtsten Glaubens nicht wieder als Sache blossen Meinens hinstellen, der konnte nicht in Bezug hierauf die Worte sagen 567.0? 81זד£ י rcäoi xixuxxai. Es war also eine eigene positive Lehre von den Göttern und dem Weltall, über die jener Schleier des Meinens ihm gebreitet zu sein schien: mit andern Worten, Xenophanes kann dem Polytheismus nicht ganz entsagt haben8. In derselben Weise wie in den Fragmenten wird in den Referaten gerade der zuverlässigsten alten Berichterstatter im Namen des Xenophanes von einer Göttervielheit gesprochen. Aristoteles (Rhet. II 23. 1399 b 6 f.) theilt mit Sevo<pavY]s IXeyev oxi ojiokos aaeßoöatv ci yeveailai <pa<movxe? xoug ■9׳eoü? xolc dnod-ccyeiv Xlyouaiv ־ ap,<poxepw? yap au|ißa£ve1 [ir'j eJvat xou? ■9-eou? 7:0x6. Die eigene Meinung des Xenophanes muss also nach Aristoteles gewesen sein efvat •9־eoug. — Dasselbe ergiebt sich aus einem Berichte des Theophrast, den Eusebius in einem Auszuge aus den Ps.-Plutarchischen Stromateis uns erhalten hat (Pr. ev. I 8, 5 p. 23 b 7) aTco<pa£vexa1 S'e xai uept d־e«3v wc 0u8e{uä? ^yepovt'as iv auxo׳? ouav]?• טס yap oatov Ssanoxiva xwv 9־ee5v9. Zeller (I4 470 Anm. 3) erklärt, Xenophanes habe hiermit nichts anderes sagen wollen, als 'dass es keine Mehrheit von Göttern gebe’. Schwerlich aber wird man diese Deutung der Worte für zulässig halten dürfen, besonders wenn man die unmittelbare Fortsetzung des Gedankens bei Eusebius erwägt eTUOct'a&at xe pYjSevög auxwv (iYjoeva oXwg10. Xenophanes hebt hervor, dass keiner der Götter unter despotischer Herrschaft stehe, dass keiner von ihnen irgend einer Sache oder irgend eines anderen Gottes bedürfe. Wer so spricht, der erkennt doch offenbar eine Mehrheit von Göttern an und will nur von ihnen fernhalten, was die Volksmeinung ihnen zuschrieb, was von Homer an alle griechischen Dichter den Göttern beilegten: sklavische Abhängigkeit von einander, Mangelhaftigkeit und ein Uebermass von Bedürfnissen jeder Art11. Bedürfte es eines äusseren Beweises, dass dies der wahre Sinn der Xenophaneischen Verse ist, so könnten wir einen solchen bei Euripides finden. Derselbe hat in ersichtlicher Anlehnung an Xenophanes denselben Gedanken ausgesprochen Hercul. für. 1343:

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