Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1886
- Date
- 1886-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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3 allein doch sein könnte, neben dem allein Seienden, welches Gott ist, zugeben\ Von grösstem Gewichte aber ist die Auctorität Zellers, der für dieselbe Auffassung der Xenophaneischen Theologie sich unumwunden erklärt. In der Philosophie der Griechen (I 4 488) äussert er sich über Xenophanes* Monotheismus folgendermassen: cDer vermeintlichen Vielheit der Götter stellt er die Einheit . . . entgegen. Ein Gott beherrscht Götter und Menschen, denn die Gottheit ist das höchste; der höchste aber kann nur einer sein’. — Und ganz in demselben Sinne spricht sich Zeller in dem schönen Vortrage über die Entwickelung des Monotheismus bei den Griechen aus (Vortr. u. Abh. I S. 1 f.). Eine Abweichung von diesen Urtheilen ist nicht bekannt; es besteht wenigstens in diesem Punkte eine völlige Uebereinstimmung der Meinungen unter allen den gelehrten und scharfsichtigen Männern, die theils in umfassenden Geschichtswerken, theils in wenig umfangreichen Monographien über Xenophanes’ Theologie sich ausgesprochen haben: ein in der Geschichte der Philosophie höchst seltener Fall. Verwegen scheint es, diese Einmüthigkeit stören zu wollen. Und doch muss erklärt werden, dass die allgemein angenommene Ansicht der Wahrheit nicht entspricht, dass sie, aus einer sehr alten Missdeutung der Xenophaneischen Lehre hervorgegangen, die Entfernung überschätzt, welche den Begründer der eleatischen Philosophie vom Volksglauben trennt. Das nun durch Widerlegung aller hier erwähnten und der vielen ähnlich lautenden Urtheile erweisen zu wollen, wäre umständlich und unnütz zugleich. Bei der herrschenden Stellung, welche mit gutem Rechte Zellers grossem Werke von allen Urtheilsfähigen eingeräumt wird, genügt es, seine Ansicht und die ihr gegebene Begründung sorgfältig zu prüfen, um durch ihre Widerlegung für eine wesentlich andere Auffassung Raum zu gewinnen. Die Ausführungen Anderer sollen dagegen nur dann erwähnt werden, wenn sie aus irgend einem Grunde besondere Rücksichtnahme verdienen. Dass übrigens bei aller Bekämpfung einzelner Ansichten Zellers diese Abhandlung ganz und gar auf dem Boden steht, den seine Meisterhand geebnet hat, bedarf für den Kundigen keiner Erwähnung. l*