Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1886
- Date
- 1886-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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er auch die Lehre vom einig-einzigen Gotte in voller Klarheit der griechischen Welt als der erste Philosoph verkündet habe. Hören wir einige von den sehr zahlreichen Stimmen, die über den letzteren Punkt sich haben vernehmen lassen. In überschwänglichen Worten preist Roth in seiner Geschichte der abendländischen Philosophie die Verdienste des Xenophanes um die Ausbildung des Monotheismus. 'Xenophanes*, so sagt er (das. II S. 193), 'ist der Schöpfer des ersten mit klarem Bewusstsein aufgestellten einheitlichen Gottesbegriffes, der Schöpfer des Monotheismus, und zwar in einer unserer modernen Denkweise entsprechenden Weise, gebildet (sic!) aus denselben Begriffsquellen und gefunden durch dieselbe Denkmethode, wie unser moderner Monotheismus5. Aehnlich urtheilt Rechenberg in seiner Monographie über die Entwickelung des Gottesbegriffes in der griechischen Philosophie (S. 17): 'Gleichwie einst Moses seinem Volke immer einschärfen musste, 'höre Israel, der Herr unser Gott ist ein einiger Gott*, so war auch Xenophanes unablässig bemüht, dem Bewusstsein der noch polytheistisch gesinnten Griechen einzuprägen: dq freös5. Doch die Urtheile dieser und einiger anderen Gelehrten, denen eine gründliche Kenntniss des griechischen Geistes nicht zugesprochen werden darf, fallen nicht schwer ins Gewicht. Von grösserer Bedeutung ist es, wenn wir Brandis, den gelehrten Verfasser einer bekannten und in vielen Beziehungen schätzenswerthen Geschichte der Griechisch-Römischen Philosophie (I S. 360) Aehnliches aussprechen hören: ' Das zweite Argument geht vom Begriffe des Seins auf den der Gottheit über und nimmt an, dass sie als das allermächtigste zu setzen, oder dass ihre Wesenheit im Herrschen bestehe, das Mächtigste und keiner Herrschaft unterworfene aber nur ein Einiges sein könne, da eine Mehrheit weder von ungleicher Vollkommenheit noch von gleicher Vollkommenheit sich annehmen lasse*. Mit nicht geringerer Entschiedenheit betont Ritter in seiner Geschichte der Philosophie (I S. 448), dass nach Xenophanes 'eine Mehrheit der Götter nicht gedacht werden könne*. CS0 wie er5, so heisst es daselbst (S. 449), ' keinen andern Gott neben den einen setzen konnte, so konnte er auch kein anderes Ewiges, welches